27. Oktober 2016 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Anna Hybsier zu LAIKAS „KUBO -Der tapfere Samurai“ (mit einem tollen neuen INDAChs)

Kubo: Der tapfere Samurai ist wahrscheinlich mein Lieblingsfilm dieses Jahr. Er ist nicht perfekt, aber dennoch ganz großes Kino. Die Geschichte, die sehr an die klassischen Asiatischen Fabeln mit allen ihren großartigen Charakteren und Stimmungen erinnert, birgt sicherlich nicht viel Neues und ist auch teilweise vorhersehbar. Zudem hätte ich mir bei manchen Figuren gewünscht, etwas mehr über ihre Motivationen zu erfahren und bei anderen etwas weniger ‚Slapstick‘ zu erleben. Trotzdem ist Kubo ein Film, der es verdient hat, gesehen zu werden.

Nicht nur musikalisch, auch visuell ist der Film schwer zu übertreffen. Design, Farbe, Licht… alles ist stimmig und einfach wunderschön.  Es fällt extrem leicht zu vergessen, dass es sich hier um einen Stop-Motion Film handelt. Laika, von denen man ja bereits einiges gewöhnt ist, übertrifft sich hier erneut selbst. Die Liebe fürs Detail und die Arbeit ist klar in jeder Szene zuerkennen, in den großen Action Sequenzen, aber auch in den ruhigen Momenten. Und gerade weil der Film so gut aussieht, gerade weil man so schnell vergisst dass so viel (mehr) Arbeit in jeder Szene steckt, kann man in die Falle tappen und einfach immer mehr wollen. Ich hätte mich sehr über mehr Hintergrund zu den Schwestern gefreut und wenn es sich hier um einen ‚klassischen Film‘ gehandelt hätte, würde es Minuspunkte geben. Aber dies wäre bei diesem Film einfach nur unfair. Laika zeigt mit Kubo dass es nicht immer CGI sein muss, dass Handwerk, Liebe zum Detail, gutes Design und ein gutes Team zumindest mithalten wenn nicht übertreffen können.

Kubo ist wie ein visuelles Gedicht, traurig und lustig, düster und voller Licht. Es ist ein Film der gesehen werden sollte, nicht nur einmal aber so oft wie möglich. Und auf jeden Fall den Abspann nicht verpassen.

 

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