24. Oktober 2016 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Janine Krieg zu Marvels Doctor Strange

janinekrieg

Janine Krieg (Jane War)

Mit Doctor Strange bewegt sich das Marvel Universum nun mehr in Richtung Magie. Die Trailer versprachen einen Film mit wunderschönen visuellen Effekten und genau das bekommt man auch.

Gleich zu Beginn zeigt der Film was er auf der Effektebene kann. Die Sehgewohnheiten werden aufgelöst und die Welt wortwörtlich aus den Fugen gehoben. Nichts ist unmöglich und Raum und Zeit haben keine Bedeutung mehr. In den ersten szenen verliert man sich sofort in den Morphingen und Trasformierungen von Häuserwänden, da geraten die kämpfenden Akteure fast aus dem Blick.

Bei vielen Filmen scheint der 3D Effekt unnötig, bisweilen störend und trägt oft nicht zum Mehrwert des Filmes bei. Doch bei Doctor Strange ist die 3D Version sehr zu empfehlen, umso mehr wird man in die gewaltigen Bilderwelten gesogen.

Leider kann die Handlung nicht mit den Effekten mithalten. Der Storyaufbau erfolgt nach Schema F und ist in großen Teilen sehr vorhersehbar. Zum Glück sind hier und da kleine Überaschungen eingebaut. Marvel-typisch gibt es viel zu lachen. Guter Dialogwitz und Slapstick lockern die Handlung ständig auf. Dabei bleibt kein Platz für großes Drama oder tiefgreifende Emotionen. Auch die Spannung hält sich in Grenzen.

Die Hauptdarsteller sind durch die Bank gut besetzt. Besonders  Benedict Cumberbatch als Doctor Strange konnte sein arrogante und besserwisserische Darstellung wieder zum Besten geben, die ihn auch bei „Sherlock“ ausmacht. Tilda Swinton als „Most Ancient“  gefallen. Ihre ruhige Art und wie sie scheinbar immer lächelt, machen sie sehr sympathisch und undurchschaubar zugleich. Leider konnte der sonst überragende Mads Mikkelsen seine schauspielerische Stärke bei diesem Film nicht ausspielen, dafür war sein Character zu schwach geschrieben.
Einige Statisten wirkten leider etwas hölzern im Vergleich zu den Hauptdarstellern.

Imposant waren die ausführlich choreographierten Kampfszenen, die vor allem in einem sich ständig ändernden Raum  mitzureißen wussten.

Doch nun zum eigentlichen Grund Doctor Strange anzuschauen: den visuellen Effekten. Sie waren einfach atemberaubend und man hatte das Gefühl, dass sich die VFX Artits hier richtig austoben konnten. Phantasiereich und mit Liebe zum Detail sind die Umgebungen gestaltet und bei der Deformierung des Raumes  wurde alles vorstellbare und auch unvorstellbare ausprobiert. Die Effekte wirken sehr überzeugend und gut integriert. Nur einige kleine Ausrutscher gibt es in denen die Charaktere aussehen als würden sie wie früher vor einer Leinwand stehen. Doch die restlichen, überragenden Szenen machen das allemal wieder wett.

Alles in allem bietet Marvel’s Doctor Strange ein gut gelungenes Popcornkino ohne großen Tiefgang bei der Handlung, ist dafür aber auf der visuellen Ebene ein absoluter Augenschmaus, den man auf der großen Leinwand wohl am besten genießen kann.

Janine Krieg

http://jane-war.tumblr.com/

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