30. April 2018 Johannes Wolters

Hier die INDAC Kritik von Janine Heine zu „Avengers – Infinity War“

Eines der größten Crossover-Events ist endlich da!
Thanos setzt seine Suche nach den Infinity Steinen fort und nun liegt es an den Helden der vergangenen Filme, das zu verhindern.
Und dies trotz Spannungen untereinander.

Zunächst vorweg gesagt: Um von den vielen Charakteren und ihren Hintergründen nicht erschlagen zu werden, empfiehlt es sich die vorangegangenen Filme gesehen haben…oder sich zuvor eine Zusammenfassung der Geschehnisse durchlesen. Storytechnisch lässt sich im Grunde nicht viel sagen, außer dem was bereits bekannt ist: Thanos sucht die sechs Infinity Steine und ein großer Trupp an Marvel-Helden versucht ihn aufzuhalten. Dies könnte auf den ersten Blick wie ein Kritikpunkt klingen, würde der Film nicht trotzdem gut funktionieren. „Avengers: Infinity War“ konzentriert sich mehr auf die Beziehungen der Helden und vor allem auf seinen Antagonisten, der fantastisch gelungen ist. Thanos‘ Motivation regt zum Nachdenken an, gibt ihm mehr Tiefe und trotzdem geht von ihm diese Aura der Bedrohung aus. Das nicht nur durch Josh Brolins großartige schauspielerische Leistung und besonders seiner Mimik, die durch das CGI nicht verloren geht, sondern dadurch dass man ihm wahrhaftig abkauft, dass er überzeugt davon ist richtig zu handeln.
Es macht den Charakter mehrdimensional und man wartet darauf, mehr über ihn erfahren zu dürfen.
Der Film braucht zu Beginn etwas, um alle Charaktere zusammen zu führen und die zweite Hälfte des Filmes fühlt sich dadurch nochmal etwas anders an, doch kam es mir zu keinem Zeitpunkt so vor, als hätte der Film Längen. Die neuen Konstellationen der Superhelden haben Spaß gemacht und führten zu einigen lustigen Gespräche. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass ALLE Charaktere gleich viel Screentime bekommen haben. Es gibt zwar keine Rolle, bei der man hätte sagen könnte, sie wäre unwichtig und dennoch schien es nicht gleichmäßig aufgeteilt. Bei der Masse an Helden würde ich jedoch behaupten, es wurde so gut gelöst wie nur möglich. Hierbei handelt es sich wieder um einen ernsteren Marvelfilm, dennoch kommt der für das MCU typische Humor nicht zu kurz, bei dem einige Gags zünden und andere wiederum nicht. Nichtsdestotrotz lockern sie die Stimmung wie gewollt auf, was auch in manchen Momenten der Handlung nötig ist. Beim Szenenbild wurde ein guter Mittelweg zwischen den gedeckteren Farben der „Avengers“ und den etwas grelleren aus dem letzten „Thor“ und „Guardians of the Galaxy“ gefunden.
Es ist dadurch einheitlich genug, dass man glaubt, sich in einem zusammenhängendem Universum zu befinden.

Janine Heine

Die Effekte und Animationen waren allgemein sehr hochwertig, nur wenn Thanos mit „realen“ Figuren interagiert hat, erschien es an manchen Stellen nicht ganz glaubwürdig. Ansonsten gab es nur wenige, nicht weiter nennenswerte Momente in denen die Effekte störend auffielen. Die Kameraarbeit hat mir sehr gefallen, besonders die langen Einstellungen während der Gespräche und bei Einführen in eine neue Umgebung. Die Kämpfe konnten teils etwas unübersichtlich werden, besonders wenn zwischen vielen verschiedenen Leute hin und her gesprungen wurde, blieben aber dadurch auch sehr spannend. Wie bereits erwähnt bekommt man in „Avengers: Infinity War“ eine sehr simple Story: Eine einzige große zerstückelte Schlacht, deren Auswirkungen jedoch erst mit „Avengers 4“ endgültig klar sein werden. Es ist also ein weiteres Mal warten angesagt, allerdings macht der Film sehr viel Spaß und ist so gut geworden wie ich mir erhofft habe. Er ist ein schön anzuschauendes Zusammenspiel von lustigen, nachdenklichen und mal mitreißenden Momenten, tollen Effekten und dem Aufeinandertreffen auf dass so viele gewartet haben.
Ungeachtet dessen bekommen wir in dieser Wartezeit aber auch noch genug Filme um uns die Zeit zu vertreiben und uns auf den Abschluss dieses Kapitels vorzubereiten.
Fans des Marvel Cinematic Universe kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten und insgesamt kann ich nicht mehr sagen als:
Der Film ist gelungen und ich kann es kaum erwarten ihn mir ein weiteres Mal anzuschauen.

Janine Heine, Frankfurt

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