8. Oktober 2023 Johannes Wolters

Mario Dolls Kritik zu : Indiana Jones und das Rad des Schicksals [Indiana Jones & the Dial of Destiny]

Wir befinden uns im Jahr 1969. Am Tag seiner Pensionierung wird Professor, Archäologe und Hobby Abenteurer Henry „Indiana“ Jones Jr. (Harrison Ford) von seiner Patentochter Helena (Phoebe Waller-Bridge) aufgesucht. Mit ihrem Vater Basil Shaw (Toby Jones) hatte Indy in der Vergangenheit so manches gemeinsame Abenteuer bestritten. Und da Dr. Jones sowieso nicht wirklich Lust auf seinen künftigen Ruhestand hat, fällt es Helena auch leicht ihren Patenonkel zu einer gemeinsamen Suche nach einem ganz besonderen Artefakt zu überreden: der Antikythera, dem Rad des Schicksals. Angeblich kann man mit dieser Apparatur nämlich in der Zeit reisen und dadurch beispielsweise auch den Lauf der Geschichte ändern und die Vergangenheit zu seinen Gunsten beeinflussen. Obwohl Indy nicht an die magische Kraft oder Wirkung glaubt, lässt er sich trotzdem auf dieses Abenteuer ein, denn von der zweigeteilten Antikythera befindet sich bereits seit vielen Jahren eine Hälfte in seinem Besitz. Da Helena und Indy aber nicht die Einzigen sind, die Jagd auf diesen geheimnisvollen, historischen Gegenstand machen, gilt es als Schnellster das zweite Stück zu finden und die „Zeitreisemaschine“ zu komplettieren und auf deren Funktion zu überprüfen!

Im fünften Abenteuer „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ spielt Harrison Ford erneut die berühmte, titelgebende Filmfigur! Stets waren mega Action, coole Sprüche, starke Gegner, gruselige Szenen, atemberaubende Locations unerlässlicher Teil dieses Abenteuer-Action Franchise. Und neben der Filmfigur Indiana Jones waren es eben auch die jeweiligen, mysteriösen, geheimnisvollen Relikte auf deren Suche man sich begab, welche die Filme ausmachten. Auch im letzten Film der Reihe ist das nicht anders und man hat mit der Story rund um die Antikythera eigentlich das ideale Betätigungsfeld für Indy geschaffen… Eigentlich! Denn leider bin ich persönlich nicht zu 100% von der Story überzeugt und für mich ist das „Rad“ nicht rund! Irgendwas fehlt mir oder besser gesagt (in Bezug auf das Ende des Films) ist mir dann doch too much! Auch wenn der Film sich insgesamt wie die anderen, früheren Indiana Jones Filme anfühlt, führte hier erstmals Steven Spielberg (Produzent) nicht selbst die Regie. Er überließ den Posten diesmal James Mangold („Logan“, „Le Mans 66“, „Copland“, uvm), der ja ebenfalls kein Unbekannter ist und sein Handwerk solide beherrscht. Die weiteren Filmfiguren sind mit Thomas Kretschmann (Oberst Weber) und Mads Mikkelsen (Jürgen Voller) meines Erachtens nach geradezu ideal besetzt. Beide haben bereits ihren großen Auftritt in der wirklich sehr gelungenen Eröffnung des Films. Dies ist eine etwa 25 Minütige actionreiche Einführung in den Film, die zum Ende des zweiten Weltkriegs spielt. Daher musste auch Harrison Fords / Indiana Jones Gesicht mit der sog. „De-Aging-Technologie“ verjüngt werden! Und dies ist unglaublich gut gelungen und wir sehen einen „Indy“ wie wir ihn aus Teil 1-3 kennen! Hervorragend gemachtes CGI und dieser komplette Anfang ist auch super unterhaltsam, spannend, sowie sehr actionreich umgesetzt worden! Von den knapp 300 Millionen Dollar Budget dürfte hier ein großer Teil (Verhältnis Filmminute / Dollars) bereits verschlungen worden sein und mit dieser Gesamtsumme reiht sich „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ i.Ü. auch in die Top 10 der teuersten Filme ein!
Dann kommt allerdings der Cut, wir befinden und im Jahr 1969 und Phoebe Waller-Bridge (Helena) erscheint… Sooorry, aber mit dieser Filmfigur habe ich echt meine Probleme und der Charakter war mir (fast) von Beginn an einfach nur unsympathisch, nervig und ich werde einfach nicht warm mit dieser Figur! Für mich (!) leider ein Störelement des ganzen Films! Naja, was solls… andere finden sie vielleicht sogar Hammergut! Die Story wiederum wird von den Schauspielern gut mit witzigen, actionreichen oder spannenden Szenen vorangetragen und verliert nur kurz einmal wirklich an Fahrt, bevor es auch wieder mit Vollgas weitergeht! Aber dann kommt das Ende. Ein Ende welches ich am liebsten dann doch etwas anders gesehen hätte und mit welchem ich nicht komplett glücklich bin! Aber auch dies kann und darf selbstverständlich jeder anders sehen und bewerten 🙂

Von daher lautet mein Fazit zum Abschluss meiner Review definitiv auch: „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ ist ein Film, der für die große Leinwand gemacht ist und den man unbedingt auch dort schauen sollte! Was gibt es schöneres, als bei 30 Grad im klimatisierten Kino zu sitzen und 142 Minuten gut gemachtes Popcorn Kino zu erleben und Indy bei seinem letzten Abenteuer zu erleben!? Ich durfte den Film bereits zwei Mal sehen (PV und Premiere) und werde ihn mir (schon alleine wg. der Eröffnungsszene) tatsächlich auch noch ein drittes Mal im Kino anschauen! Die Tickets sind schon gekauft!

Ich vergebe 5 von 5 Relikten für den starken Anfang und dazu kommen 4 von 5 für einen guten Mittelteil, sowie 3 von 5 für das (von mir nicht so gewollte) Ende:

das ergibt dennoch starke 4 von 5 Relikten insgesamt!

Und frei nach Indy sage ich deshalb „That movie belongs in a cinema!“

Bei der mit knappen 30 Minuten angesetzten Pressekonferenz erschienen Harrison Ford, Mads Mikkelsen, Thomas Kretschmann, Phoebe Waller-Bridge sichtlich gut gelaunt im Ritz-Carlton, Berlin. Moderator Steven Gätjen konnte mit seiner souveränen Art einige Hintergrundinfos dem Cast entlocken und bat auch die anwesenden Medienvertreter um Fragen. So verriet Harrison Ford beispielsweise, dass es ihm äußerst wichtig gewesen sei, noch ein letztes Mal als Indiana Jones für die Fans aktiv gewesen zu sein! Er selbst sei sehr zufrieden mit dem Film! Auch in Hinsicht auf die „De-Aging-Technologie“ drückte er seine Hochachtung aus und sagte, dass man beim betrachten des Filmmaterials denken könnte, er hätte die Szene damals im entsprechenden Alter gedreht.

Etwas überrascht, ein wenig unzufrieden, aber dennoch äußerst witzig stellte Mads Mikkelsen fest, dass er in allen großen Franchise stets einen Bösewicht spielen musste. Phoebe Waller-Bridge dagegen bestätigte auf die Frage eines Journalisten mit einem Lächeln, dass es korrekt sei und sie während der Dreharbeiten ein „Tuk Tuk“ zu Schrott gefahren habe und es ihr aber sehr viel Spaß gemacht hat, diese Verfolgungsjagd zu drehen. Wir erfuhren außerdem, dass „Blade Runner“ der erste Film mit Harrison Ford war, den Thomas Kretschmann als junger Mann gesehen hatte und es für ihn eine Ehre ist, beim letzten Indiana Jones Abenteuer dabei sein zu dürfen!

Alle betonten mehrfach, dass die Arbeit mit den Kollegen an diesem Film sehr großen Spaß gemacht hat. – Überzeugt Euch davon im Kino!!! 🙂

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