29. April 2022 Johannes Wolters

„Nur ein Stapel Zeichnungen….!“ – Die beiden legendären Disney-Animatoren Mark Henn und Eric Goldberg im INDAC – Interview zu „Sketchbook“

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Die sechsteilige Serie „Sketchbook“ erlaubt einen hochpersönlichen Einblick in Leben und Werk von sechs herausragenden Disney-Artists. In den jeweils gut 20 Minütigen Episoden werden Künstler hinter den großen Disney-Trickfilmklassikern sichtbar und erlauben dabei einen Einblick in ihr Leben und in ihre Kunst. In den einzelnen Folgen erklären sie einige ihrer berühmtesten Charaktere und wie diese gezeichnet werden. Jeder der Künstler bringt dabei seine eigene, persönliche Geschichte mit an den Zeichentisch. Eric Goldberg wurde berühmt als Zeichner des Dschinni in „Aladdin“; Mark Henn zeichnete den jungen Simba in „Der König der Löwen“ und Belle in „Die Schöne und das Biest“.

Interviewer: Johannes Wolters

 

In his over 40 years with Disney, Mark Henn has been the Supervising Animator of Ariel, Belle, Jasmine, Tiana, Mulan, young Simba and more. In this episode of Sketchbook, Mark revisits the character young Simba. (Disney/Richard Harbaugh)

Frage: Die neue Serie „Sketchbook“ auf Disney+ gibt uns einen, wie ich finde, viel zu kurzen Einblick in die magische Welt der Animation! Da wird sichtbar, dass am einen Ende des Bleistifts Künstler sitzen, echte Menschen und keine Computer. Waren Sie beide jemals in der Lage für sich selbst diese Magie der Animation zu definieren?

Mark Henn: Nun, ich würde sagen, Sie haben das ja gerade ziemlich genau beschrieben. Animation ist das, was aus der anderen Seite des Stifts herausfließt. Ich meine diese Mechanik, allein diese Idee, dass eine Serie von Zeichnungen nacheinander einzeln mit einer Kamera Bild für Bild abgefilmt wird – diese ganze Wissenschaft dahinter ist ja die eine Sache. Das ist eine aufregende Kunstform! Und dann zu sehen, wie diese Zeichnungen auf einmal buchstäblich zu Leben beginnen durch eben diesen mechanischen Prozess – Wie beschreibt man Magie? Das ist Magie! Das war damals schon Magie, als ich als Kind begann, Trickfilme anzuschauen, als ich angefangen habe zu lernen, wie das alles funktioniert. Ich liebte es, zu zeichnen und die Idee, dass die Zeichnungen zum Leben erwachen könnten, das war für mich pure Magie. Gute Frage, Eric, was meinst Du?

Eric Goldberg: Ich stimme Dir da zu, Mark. Die Idee einen Charakter zu kreieren, der zu leben scheint und zu denen die Zuschauer ein emphatisches Verhältnis aufbauen können, das ist die Magie in der Animation. Ich erzähle Ihnen mal eine kleine Anekdote, ich will mich jetzt nicht in ein besonderes Licht rücken, das ist wirklich so passiert. Vor vielen Jahren besuchte ich eine Vorlesung von Frank Thomas und Ollie Johnston. Und die beiden zeigten uns „Versuchs mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch. Und ich saß da und schaute mir die Animation von Balu, dem Bären an, animiert von Ollie Johnston. Neben mir saß meine Frau Susan, ich lehnte mich zu ihr herüber und flüsterte „Und das ist alles nichts weiter als ein Stapel Zeichungen….!“ Wissen Sie, es ist unfaßbar für mich, was Ollie, was die beiden erreichen konnten nur mit einem Stapel Zeichnungen. Jedenfalls, Jahre später, als wir an Aladdin arbeiteten, zeigte ich Ron (Clements) und John (Musker) meine Sequenz des Dschinni, wie er mit seinen Händen tanzt. Und ohne irgendeine Beeinflussung durch mich, sagte John plötzlich „Und das alles ist nichts weiter als ein Stapel Zeichnungen!“ Ich bin beinahe in Tränen ausgebrochen. Wissen Sie, ich dachte bei mir, vielleicht mache ich doch einiges richtig. Genau das ist die Magie der Animation. Wenn der Charakter Dich überzeugt, dass er lebt, dass er existiert…

Marc Henn: Genau, Du vergisst, dass es ein Stapel Zeichnungen ist, du wirst hineingesaugt in das Leben des Charakters, in deren Geschichte, in ihre Situation. Du vergisst die Tatsache, dass es sich um eine Reihe Zeichnungen handelt, um ausgemalte Bilder oder aber Computerbilder – das ist nur eine Seite davon.

Frage: Was genau bedeutet es, ein Charakter-Animator zu sein?

Eric Goldberg: Es bedeutet, dass Du in Deinem Job Charaktere entwirfst, Charaktere mit einer einzigartigen Persönlichkeit. Und das passiert nicht in einem luftleeren Raum. Das muss man wissen! Da sitzt nicht nur ein Animator allein in einem Raum. Da gibt es den Regisseur, den Schauspieler, der die Stimme spricht, die Story-Artists aus der Drehbuchabteilung, all die Leute, die ihren jeweiligen Beitrag leisten zu diesem Charakter – und daraus versuchst Du einen Charakter zu formen, der einzigartig ist. Genau das macht ein Charakter Animator aus. Allein schon, wie ein Charakter sich bewegt, läuft. Das unterscheidet ihn schon von der Art und Weise, wie sich die übrigen Charaktere bewegen. Weil man das aus der Persönlichkeit des jeweiligen Charakters ableitet.

Marc Henn: Ja, es ist genauso, wie Eric es beschreibt. Man könnte es auch so beschreiben, dass man ein Schauspieler ist. Wir werden oft beschrieben als Schauspieler mit einem Bleistift. Und ich denke, so simpel das jetzt klingt, es ist eine sehr zutreffende Beschreibung. Und vor allem, wenn man bei Disney angestellt ist, gerade wenn man ein Disney Charakter Animator ist. Ich denke, Eric und ich stimmen überein, nirgendwo wird das besser gemacht. Und in dieser Reihe zu stehen mit Leuten wie Frank und Ollie, mit Milt (Kahl) und all den anderen, die ganze Generation, die vor uns bei Disney war – und dieses Erbe jetzt fortgeführt zu haben, fortzuführen, dieses Erbe, einzigartige und glaubhafte Charaktere erschaffen zu haben, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben, über die Leute heute noch reden…. Ich bekomme immer wieder Kommentare von Leuten, die an mich herantreten, „Sie haben meine Kindheit animiert! Haben Sie vielen, vielen Dank dafür!“ Das bedeutet mir ungeheuer viel. Ich schätze, wir hatten beide die Gelegenheit solche Charaktere zu erschaffen, die nach wie vor in den Köpfen der Leute weiterleben. Die ein Teil des öffentlichen Lebens geworden sind. Das ist etwas einzigartiges, es ist etwas sehr besonderes, ein Disney Charakter Animator zu sein.

Frage: Ich habe nie verstanden, warum Sie beide nicht einmal einen Oscar gewonnen haben für die beste männliche oder weibliche Hauptrolle. Sie haben das mehr als einmal verdient gehabt. (Beide lachen). Sie erwähnten, Sie stünden auf den Schultern von Riesen, ich wüsste gerne, wie Sie Ihre Berufung gefunden haben, wie Sie sich in die Animation verguckt haben?

Mark Henn: Bei mir waren es zwei Momente, über die ich auch in der Sketchbook-Serie spreche: Zum einen passierte es, als ich „Aschenputtel“ das erste Mal im Kino sah. Und dann zum anderen gab es da diesen „Hinter den Kulissen“- Film von Disney, namens „The Reluctant Dragon (Drache wieder Willen)“ Da sah man die Animatoren, da wurde der Vorhang beiseite geschoben. Man war plötzlich auf dem Studiogelände in Burbank. Der Film zeigte in vereinfachter Form, wie die Zeichentrickfilme bei Disney entstanden. Und man zeigte den Animatoren-Raum bei Disney, da standen Ward Kimball, Freddy Moore und Norm Ferguson, man sah sie zeichnen, malen und arbeiten, man sah wie das alles funktionierte und das war es dann für mich, ich war der Animation verfallen!

Eric Goldberg: Ich hatte ganz ähnliche, nicht ganz dieselben Filme, aber eine sehr ähnliches Erfahrung. Als ich klein war, begannen die Fernsehsender all die großen Kino-Cartoons im Fernsehen zum ersten Mal auszustrahlen. Also die Cartoons im Mickey Maus Club, es gab die Cartoons in den Disneyland-Sendungen, die Looney Tunes von Warner Brothers, die Merry Melodies, die Fleischer Cartoons, die MGM-Cartoons, all dies Material. BANG! Alles zum ersten Mal im Fernsehen. Und ich war sofort gefangen von dieser Energie, der Verve und der Freude, die all diese Charaktere hatten. Und nicht unähnlich wie beim „Reluctant Dragon“ gab es Fernsehsendungen, die den Prozess der Animation erklärten. Ich war eine Zeit lang Fan von Woody Woodpecker, denn jede Woche erklärte dessen Schöpfer Walter Lantz da, wie man Animationsfilme herstellte. Natürlich war Woody Woodpecker völlig verrückt und das hat mich natürlich auch angesprochen irgendwie…. Und dann gab es natürlich auch die ganzen Sendungen mit Walt (Disney). Sendungen wie „The Plausible Impossible“ oder „The Art of the Animated Drawing“ – diese Sendungen waren alle unheimlich informativ und ungeheuer interessant für mich. Als ich sechs Jahre alt war kam ein besonderes Spielzeug auf den Markt. Es hieß „Flipshows“ man bekam auf vor-perforierten Papier Einzel-Bilder von bereits bekannten Cartoons, die musste man vorsichtig von einander trennen, dann in der richtigen Reihenfolge hintereinander anordnen und mit einer Papierklammer am Ende dann fixieren – und schon hatte man ein Flipbook! Ab dem Moment war kein Notizblock im ganzen Haus vor mir sicher und ich begann eigene Flipbooks herzustellen. Schon in diesem frühen Alter war ich da schon ganz in der Animation aufgegangen. Ich wusste wirklich ganz genau, das ist es, was ich machen möchte.

Frage: Wie haben Sie das Ihren Eltern, Ihren Freunden erklärt?

Eric Goldberg: Also mein Vater arbeitete in einer Fleischverpackungsfabrik. Er brachte von dort große Rollen von Packpapier mit und auch schwarze Filzstifte, mit denen wir malen durften. Also meine Eltern wussten da schon Bescheid. Ich brauchte da kaum noch etwas zu kommunizieren!

Marc Henn: Ja, bei meinen Elten, also deren Vorrat an Schreibmaschinenpapier war für uns zuhause Freiwild. Da habe ich mich bedient und gezeichnet, gezeichnet, gezeichnet. Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Beide meine Eltern waren Erzieher, Lehrer. Und ich denke, erst als ich ich ihnen erklärte, ich nähme demnächst ein Flugzeug nach Kalifornien, dort gäbe es eine Schule für Animation, erst da hat meine Vater leichte Bedenken gezeigt. Das war auch für ihn ein harter Sprung. Aber sie haben mich wirklich immer unterstützt.

In his over 40 years with Disney, Mark Henn has been the Supervising Animator of Ariel, Belle, Jasmine, Tiana, Mulan, young Simba and more. In this episode of Sketchbook, Mark revisits the character young Simba. (Disney/Richard Harbaugh)

Frage: Wann wussten Sie, Sie sind wirklich sehr gut, in dem, was Sie tun? Wie gehen Sie mit Selbstzweifel um? Und Sie sind wirklich sehr, sehr gut, fangen Sie jetzt nicht an, das zu leugnen.

(Beide lachen)

Eric Goldberg: (lachend) Eine schwierige Frage!

Marc Henn: Ja, wirklich schwierig! (lacht) Also, ich meine, – Eric wird mir da sicher zustimmen -, ich versuche noch immer, besser zu werden. Das hört nie auf! Ich habe auf meine Helden geschaut, meine Vorbilder, deren Karriere. Frank, Ollie, Milt und den anderen. Da gab es ein beständiges Level von Qualität und Engagement hinsichtlich dieser Kunstform, das hat mich beflügelt. Jetzt wo ich wohl irgendwann am Ende meiner Karriere stehe, ein paar Jahre sind es noch wohl bis dahin, da versuche ich immer noch, noch besser zu werden bei dem, was ich mache. Ich versuche andere Dinge auszuprobieren, versuche Dinge zu verbessern. Ich habe viel von den jungen Leuten gelernt, hoffentlich haben sie sich auch etwas von uns abgeschaut. Aber letzten Endes möchte ich doch, dass das andere Leute entscheiden, Ich bin schon glücklich, wenn man sich an mich erinnert für das was ich alles so gemacht habe. Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken sollte.

Eric Goldberg: Also, ich weiß nicht. Es gibt keinen Moment, wo es bei einem „Klick“ macht und man ruft „Ich habe es geschafft!“

Mark Henn: Genau!

Eric Goldberg: Wie Mark sagte, du versuchst Dich konstant zu verbessern. Du stehst pausenlos vor neuen Herausforderungen. Und vielleicht, vielleicht eines Tages, schaust Du zurück auf Deine ganzen Leistungen und sagst Dir, okay, vielleicht habe ich es ganz ordentlich hingekriegt. Aber es gibt immer neue Herausforderungen, Dinge, die man noch nie gemacht hat. Ich nehme da gerne Louis den Alligator als Beispiel. Ich hatte noch niemals zuvor einen Alligator animiert, schon gar keinen, der Trompete spielt. Also musste ich das lernen. Das war mir sicher nicht in die Wiege gelegt worden. Alles hat also seine eigenen sehr eigenen Herausforderungen die ganze Zeit über!

Frage: Man kann ja Talent nicht lehren, aber sagen Sie mir doch, wie Sie Ihren Enthusiasmus für die Kunst der Animation in die Köpfe Ihrer Studenten und Schüler einpflanzen?

Eric Goldberg: Also da habe ich jetzt eine ganz einfache Antwort drauf: Ich bin ein kompletter Geek! Ich liebe dieses Medium, wirklich, ich liebe es! Und die Leute bestätigen mir das gerne, wenn die mich reden hören über dieses Medium, das wäre derartig ansteckend, weil ich eben soviel Freude und Leidenschaft dafür habe, ich kann das einfach nicht für mich behalten. Wenn ich Leuten, Schülern zeige, wie ein bestimmter Animator eine bestimmte Szene gestaltet hat, wenn ich ihnen zum Beispiel die Verhör-Szene zeige von Milt Kahl mit Shir Khan und der Schlange Kaa im Dschungelbuch – da bin ich beim 28sten Mal noch genauso enthusiastisch wie ich es zum allerersten Mal war. Und ich konnte das irgendwie am Leben erhalten, diese angenehme Geekery, die mich bis heute befeuert!

Mark Henn: Der leichte Teil dabei ist die Tatsache, dass die jungen Leute, die jetzt bei Disney arbeiten, mit derselben Energie und demselben Enthusiasmus hier aufkreuzen – hier sprechen Gleichgesinnte miteinander und teilen ihre Ideen. Die kommen mit vielen Fragen und sie mögen völlig neu sein hier im Studio, sie besitzen den gleichen Enthusiasmus, die gleiche Liebe zum Medium wie wir, als wir angefangen haben. Und dann geht es nur noch darum die eigenen Erfahrungen mit ihnen zu teilen, die Erfolge, die Misserfolge, was man aus beiden gelernt hat. Das macht einfach Spaß! Ich genieße es sehr mit den jüngeren Künstlern zu reden.

Frage: Die animierten Spielfilme, also die computeranimierten Filme werden derzeit immer „cartoonier“ Ich muss das einfach fragen! Sehen Sie in der mittelfristigen Zukunft eine neue Renaissance des klassischen Zeichentrickfilms im Langfilmbereich?

Eric Goldberg: Nun, wir haben da einige Projekte in der Planung, die handgezeichnete Animation beinhalten. Wir können Ihnen natürlich jetzt nicht sagen, um was es sich da genau handelt (lacht) Aber wir haben diese Projekte in der Pipeline und wir sind da kontinuierlich dran. Aber auch etwas anderes kommt hinzu und das sage ich mit einer Verbeugung vor unseren Computeranimatoren hier: Die alle lieben auch dieses Zeugs und sie versuchen alle nach und nach diese Elemente aus dem klassischen Zeichentrick in die Computeranimation zu überführen. Bis zu dem Punkt, dass sie Leute wie Mark, Randy oder mich dazu holen, damit wir ihre 3D-Arbeiten überzeichnen, um die Animation mehr in die Richtung zu bringen, wie wir sie in 2D gelöst hätten. Man sieht das dann im Timing, in den Gesichtsausdrücken oder in den einzelnen starken Posen der Figuren. Und ich finde, das ist auch absolut angebracht für ein Trickfilmstudio wie Disney, dass die gegenwärtige Animation dort die Werte der Animationskunst reflektiert, die dort anfangs mit dem Zeichentrickfilm erarbeitet wurden.

Mark Henn: Es ist genau, wie Eric es beschreibt: Handgezeichnete Animation war nie weg vom Studio. Sie war die ganze Zeit vor Ort. Natürlich, wenn wir einen weiteren Langfilm machen dürften,…. Es gibt da derzeit einige Überlegungen, aber wir wissen noch nichts konkretes. Es wäre toll! Aber wir sind gut beschäftigt mit einer Vielzahl von Dingen, die wir für die Parks erschaffen müssen und mit anderen Projekten. Eric und ich haben bei „Vaiana“ den kleinen tätowierten Mini- Maui animiert. Der war komplett mit der Hand gezeichnet. Das hat eine Menge Spaß gemacht. Ich habe ein paar Dinge bei „Ralph reichts 2“ animiert. Sie sehen, das war nie wirklich weg und ich denke, das wird auch nie weggehen. Es gibt da ein paar Dinge am Horizont, über die können wir derzeit halt noch nicht sprechen. Wir sind immer noch gut beschäftigt!

Eric Goldberg joined Disney Animation as the supervising animator of Genie for 1992’s Aladdin. He is considered one of the greatest animators in history. In this episode of Sketchbook, he revisits the character Genie. (Disney/Richard Harbaugh)

Frage: Meine letzte Frage ist etwas provokativ: Da es jetzt diese Vielzahl von Live-Action-Remakes gibt von den klassischen Zeichentrickfilmen, wäre es da nicht eigentlich fair, würde es nicht auch ein paar Zeichentrickfilm-Remakes geben von klassischen Realfilmen?

(Großes Gelächter)

Eric Goldberg: Was stelllen Sie sich da in etwa vor? „ A shaggy D.A.“ So was möchte ich mir gar nicht vorstellen!

Frage: Ich meine, wenn es jetzt einen fotorealistische Version vom „König der Löwen“ gibt, warum nicht eine Zeichentrickfilmversion von, sagen wir, „Casablanca“?

Eric Goldberg: Ich wäre ehrlich gesagt glücklicher, gäbe es mehr Zeichentrickfilme, die auf Originalgeschichten basierten, als jetzt ein Remake eines Live-Action-Films anzufertigen.

Mark Henn: Eine wirklich interessante Überlegung! Aber ich glaube, ich sehe das wie Eric. Es gibt da draußen eine Menge von guten, neuen Ideen, die wirklich exzellente Filme abgeben würden.

Frage: Was wäre denn eine gute Idee für einen animierten Film? Ich konnte bislang keine gute Definition bekommen, welche Ideen sich eher für einen Animationsfilm, welche sich eher für einen Realfilm eignen würden.

Mark Henn: Na, da kann ich Sie aufklären: diese Grenze wurde inzwischen komplett ausgelöscht. Die wurde schon vor Jahren ausgelöscht. Die gab es tatsächlich mal, da gab es diese Grenzlinie: Das hier kann man nur mit Animation erreichen – Und das hier funktioniert nur mit Realfilm. Das gibt es heute nicht mehr! Heute zählt nur noch, was sich der Filmemacher als Vision für den Film vorstellt. Ich denke, es gibt da noch immer ästhetische Qualitäten beim Zeichentrickfilm, die sich komplett von denen eines Realfilms unterscheiden. Das kann man halt bei einigen dieser Remakes deutlich erkennen, Ich finde persönlich, es dreht sich dabei alles um die Kunst. Es handelt sich um eine wunderbare Kunstform. Und ich denke, das wir als Publikum, als Menschen einfach unterschiedlich auf Kunst reagieren. – also wenn wir etwas Handgezeichnetes oder Gemaltes sehen im Vergleich zu einer Realfilmversion. Wirklich, diese Grenze wurde gänzlich ausgelöscht. Es ist heutzutage nur noch die Wahl der Filmemacher – Es zählt, was die auf der Leinwand sehen wollen.

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