Oh Captain, My Captain! Die INDAC Kritik von Friederike Trunzer zu Marvels „Captain Marvel“

Um ehrlich zu sein, muss ich gestehen, dass ich mit sehr großer Skepsis an diesen Film heran gegangen bin. Ich war mir nicht sicher, ob dies nicht ein weiterer krampfhafter Versuch der Filmindustrie sei, in Zeiten von „Me too“, sich als angeblich „offen“ und „liberal“ darzustellen. Oft wird inzwischen fast willkürlich eine weibliche Rolle besetzt. So wie bei der Neubesetzung des dreizehnten Doktors bei Dr Who. Hier war die weibliche Neubesetzung meiner Meinung nach, ein absoluter Fehlgriff. Gleichberechtigung ist für mich nicht, wahllos irgendwelche Figuren mit Frauen zu besetzen, egal ob es passt und funktioniert. Wahre Gleichberechtigung ist für mich, wenn Frauen eigene, ebenso gute Rollen, in stimmigen, starken Geschichten bekommen wie ihre männlichen Kollegen.

Und um es gleich vorwegzunehmen, dies ist der Fall in Captain Marvel.

Auch wenn in der Originalvorlage aus dem Jahre 1967 Captain Marvel noch ein muskelbepackter Mann war, funktioniert die weibliche Form von Captain Marvel aus dem Jahr 2019 hervorragend.

Der Film hat mich auf voller Line überzeugt. Die Geschichte ist stimmig, total kurzweilig und man hat jede Menge Spaß. Die Effekte sind wie gehabt 1a und die Filmmusik ist einfach nur toll. Weder der Film noch seine Hauptfigur wirken aufgesetzt, sondern kommen authentisch daher. So haben die Macher nicht versucht die erste weibliche Superhelden-Hauptrolle wie einen männlichen Superhelden zu inszenieren. Sondern Sie lassen es zu, dass die Figur der „Vers“ alias „Carol Danvers“ alias „Captain Marvel“ weiblich sein darf. Sie löst Dinge auf die weibliche Art und sie rennt wie ein echtes Mädchen. Und genau das mach den Charme und den Zauber dieses Films aus.

Die Geschichte des Films spielt in den 1990iger Jahren und handelt von Vers, einem Mitglied der Starforce der Kree, die sich im Krieg mit den Skrull befinden.

Von Beginn an, wird Vers von Träumen und Flashbacks geplagt, in denen Sie Bilder und Personen sieht, an die Sie sich nicht erinnern kann. Als Sie während einer Mission auf die Erde der 1990iger Jahre kommt, muss Sie sich Ihrer Vergangenheit stellen und erkennen, dass vieles anderes ist, als es scheint.

Ähnlich dem Gedicht von Walt Whitemann: „Oh Captain, my Captain“ zeigt der Film die Abgründe und Zerstörungskraft des Krieges und Carol Danvers/Captain Marvel stellt sich gegen den Krieg und setzt sich für die Rechte der Unterdrückten und Verfolgten ein.

Konnte ich bisher nie meinen Lieblingssuperhelden betiteln, so kann ich dies nun ohne nachzudenken und ohne eine Sekunde zu zögern. Wäre ich ein Superheld, dann wäre ich gerne so wie Captain Marvel.

Und das nicht, weil sie wirkliche krasse Superkräfte hat, sondern deshalb, weil Sie eine starke, emanzipierte Frau ist, mit eigenem Kopf und Willen, zu der man Aufschauen kann und die ein prima Vorbild abgibt.

Auch die Ehrung des im November 2018 verstorbenen Stan Lee soll nicht unerwähnt bleiben. So ist der Marvel-Vorspann ganz der Comic-Ikone gewidmet und er hat sogar einen kleinen Gastauftritt im Film. Aber mehr wird nicht verraten…

An alle Fans die Aktion- und Superheldenfilme mögen: ein absolutes Muss!

Friederike Trunzer, Hamburg

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