25. September 2018 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Xenia Gesthüsen zu Brad Birds „Die Unglaublichen 2“

Nach nun 14 Jahren lässt uns Brad Bird endlich wieder in das Superhelden Universum der Unglaublichen eintauchen. Das Warten hat sich  gelohnt:

Aufgrund einer kleinen aber zerstörerischen Verfolgungsjagd wird das Superhelden-Schutzprogramm, das Familie Parr einen gewissen Rückzug bot, beendet. Doch lange müssen sie nicht verharren… denn schon bald erhält Elastigirl ein verlockendes Jobangebot. Durch eine geschickt geführte Publicity-Kampagne sollen die Superhelden wieder ihren Weg in die Herzen der Menschen finden und dadurch auch wieder legalisiert werden. Bob hingegen soll derweil ein Auge auf den Rest der Familie werfen.

xenia gesthüsen

Als Gesamtkonstrukt hat mich der Film sofort gepackt und komplett überzeugt. Er knüpft nahtlos an den ersten Teil an, was ich als angenehm empfunden habe.
Die liebenswürdige Familienkomödie fährt mit sehr guten Pointen auf und noch besseren Action-Szenen. Elastigirls Verfolgungsjagd ist extrem mitreißend und visuell mehr als überzeugend choreografiert und umgesetzt. Hiervon können sich einige Actionfilme eine Scheibe abschneiden.
Derweil kümmert sich Bob um den Haushalt und die Kinder. Schon von Anfang an ist man gespannt wie Bob diese Aufgabe meistert. Und wie zu erwarten, werden wir mit vielen charmanten Haushaltskatastrophen belohnt: von Mathe-Hausaufgaben über Liebeskummer bis hin zu einem Baby-Waschbär-Kampf ist alles dabei, was das Animationsherz begehrt.
Traurig gestimmt hat mich wieder die Tatsache, dass Edna Mode einen für meinen Geschmack viel zu kurzen Auftritt hatte. Davon hätte es gerne mehr sein dürfen. Aber genau das macht sicher den Reiz der Figur aus.
Dafür entpuppt sich Jack-Jack, der kleinste im Superhelden-Bunde, als größter Gewinn des zweiten Teils. Dieser haut einen Slapstick-Lacher nach dem anderen raus. Beginnend damit, dass er anscheinend ein riesengroßes Repertoire an verrückten aber unkontrollierten Superkräften zu haben scheint.

Die Idee selbst erweist sich als nichts neues. Es gibt einen gemeinen Schurken, der mittels Hypnose und Gedankenkontrolle sogar Superhelden gegen Superhelden aufbringt und sie gegeneinander kämpfen lässt. Auch die Auflösung hat mich nicht vom Hocker gerissen und war eher recht schnell durchschaubar als knifflig. Dafür waren die Action-Szenen wieder höchst abwechslungsreich und spannend.

Die Filmmusik finde ich genau wie im ersten Teil der Unglaublichen bombastisch. Michael Giacchino hat sich vielleicht sogar noch etwas übertroffen und damit jegliche James Bond Filmmelodien in den Schatten gestellt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich das Warten mehr als gelohnt hat. In meinen Augen wurde beim zweiten Teil definitiv noch eine Schippe draufgelegt. Was in Anbetracht der Tatsache, dass der erste schon sehr stark war, eine super Leistung darstellt. Es bleibt zu hoffe, das Teil 3 nicht wieder 14 Jahre auf sich warten lässt.

Viele Grüße

Xenia

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