7. Juni 2018 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Mario Doll zu J.A. Bayonas „Jurassic World Das Gefallene Königreich“

Einige Jahre nach den dramatischen Vorfällen im Dinosaurier Park auf Isla Nublar, droht dort der als inaktiv geglaubte Vulkan auszubrechen und alle letzten auf der Welt lebenden Dinos für immer zu vernichten. Benjamin Lookwood (James Cromwell), der ehemalige Geschäftspartner von John Hammond, heuert daraufhin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) und Owen Grady (Chris Pratt) an, wenigstens einige Dinosaurier von der Insel zu retten und der Nachwelt zu erhalten. Lookwood´s rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall) verfolgt dabei jedoch ganz eigene Ziele und spielt ein falsches Spiel mit allen Beteiligten und will die Dinos nur zu einem Zweck retten: diese nämlich als lebende Waffen meistbietend an Regierungen, Privatleute, Pharmaindustrie und zwielichtigen Gestalten verschachern. Besonders die eigens im Labor gezüchtete neue, gefährliche und höchst intelligente Spezies „Indoraptor“ soll wegweisend für die Zukunft werden. Aus diesem Grund wird auch unbedingt Owen´s Lieblingsdino, der Velociraptor Blue als fehlendes Bindeglied für die Weiterentwicklung des perfekten „Indoraptor“ benötigt…

Die Dinos brüllen wieder. „Endlich“ dachte ich und hatte mich so sehr auf den fünften Ableger des Franchise gefreut. Und ich muss schon sagen, dass die Dino-Action selbst wieder einmal richtig gut gelungen ist. Die Dinos sind erneut sagenhaft animiert und TOP in Szene gesetzt worden und waren wohl noch nie „lebendiger“ im Kino. Regisseur Juan Antonio Bayona („Sieben Minuten nach Mitternacht“) hat hier tatsächlich einmal wieder eine sehr schöne Arbeit abgeliefert. Gerade die Eröffnungssequenz war sehr düster, atmosphärisch und einfach nur „groß“ angelegt und machte so richtig Lust auf das was da noch kommen sollte…
Das war es aber auch dann schon. LEIDER! Denn LEIDER musste er sich ja an das Drehbuch halten und das Script selbst ist nämlich ein absoluter Witz… Nein, kein Witz, denn dann würde ich zumindest lachen können! Die Story ist einfach nur armselig zusammengestrickt und an Logikfehler und Lächerlichkeiten (z.B. der Transport, die Reisezeit und die viel zu kleine Unterbringung der teilweise Riesendinos) nicht zu überbieten. Es ist einfach langsam ermüdend, wenn der T-Rex wieder einmal im letzten Moment zum Kampf dazwischen springt, so wie in allen vier Teilen davor. Unzählige andere Ideen erinnerten ebenfalls sehr stark an „Wiederholungsszenen“ (z.B. als Maisie -gespielt von Isabella Sermon- in einem Küchenaufzug die Türe nach unten zuschieben will oder der Indoraptor „ungeduldig“ mit der Kralle auf den Boden klopft oder die angekettete Ziege, die dem T-Rex als Futter angeboten wird, usw.) aus den Vorgängern. „Hommage“??? „Witzig“??? Nein, eher einfallslos! Man merkt, dass „Jurassic World – Das gefallene Königreich“ der mittlere Teil der Trilogie ist, die mit dem dritten Teil 2021 ihren Abschluss finden soll. Ganz ehrlich: falls da nicht wieder ein richtiger Kracher (so wie der allererste „Jurassic Park“) ins Kino kommen sollte, dann befürchte ich, dass die Dinos tatsächlich für immer aussterben werden! Und das wäre dann auch gut so…

Mir hat er nur 50/50 gefallen (es lag ausschließlich an der schwachen Story!) und es stellt für mich den bisher schwächsten Teil der Dino-Reihe dar!

Mario Doll, Berlin

 

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