27. April 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Kris Van Alphen zu Paramounts „Willkommen im Wunder Park“

Ich erfahre zum ersten Mal über „Wunder Park“ wenn ich mit meine Kinder zum Kinofilm „Ralph breaks the Internet“ pilgere und da als eine von vielen Trailern ausgespuckt wird. Die Vorschau besteht entweder aus Superheldenfilme, neue Realverfimungen von alte Animationsklassiker, (wo ich dann grübele und denke: „Haben wir das echt nötig?! Kommt bald auch noch eine Realverfilmung von „Lauras Stern“ oder sogar von „Totoro“?!), oder Kinderfilme, die meistens das gleiche Muster zeigen, nach altbewährte Disney/Pixar Rezeptur, nur meistens nicht halb so gut, wegen Mangel an Geld und Talent.

Der „Wonder Park“ Trailer erinnert mich etwas entfernt an „Jagdfieber“, der damals vor allem auffiel durch sein originelles Design. Im Nachhinein haben beide Filme wenig miteinander gemein ;°)

Einmal im Kinolounge Zoopalast, komme ich mir vor wie im Kindergarten, oder besser, wie im Kinderzoo, als ob ich plötzlich Teil eines lebendiges Wimmelbuch geworden bin. Vom Loungefeeling ist hier wenig zu merken.

Aber eigentlich sollte es hier um den Film gehen.

Das Budget des Films beträgt 100 Millionen Dollar. Waw, dafür machen wir hier in Europa mindestens 10 Kinofilme, mittlerweile schon mehr. Solche Megabudgets werden hier leider auch weiter eine Utopie bleiben.

Aber was Sony Pictures mit dem ganzen Geld gemacht hat, sieht auf dem ersten Blick nicht so schlecht aus. Auch wenn man weiß dass es mehrere Regiewechsel gegeben hat und wie beim Fußball bedeutet ein Trainerwechsel auch oft viel Geldverlust.

Vor allem die Geschichte und der Inhalt stellen sich als eine schöne Metapher heraus für eine Art „Coming of Age“ von June, die Hauptfigur, und für die damit verbundene Krankheit ihres Mutters. So wie in Totoro wird die Mutter die meiste Zeit des Films im Krankenhaus verbringen. Es ist ein Thema wo nicht wenige Kinder heutzutage mit konfrontiert werden, wodurch sie oft zu schnell Erwachsen werden müssen und ungewollt ihre Kindheit verlieren. So auch June hier im Film.

Die Animation ist nett und gelungen, die Story gut aufgebaut, manchmal etwas zu politisch korrekt (der MultiKulti-touch darf nicht fehlen) und hat oft auch seine Längen. So müssen ein par unvermeidbare Gags mit rein, die der Story nicht unbedingt weiterhelfen. Die Lieder sind furchtbar und tun an den Ohren weh weil sie auch noch furchtbar gesungen sind in der deutschen Fassung.

Aber die Stärke des Filmes liegt vor allem in der gut gewählten Metapher eines Freizeitparks für die Kindheit und den Verlust davon. Das verlassene Wonder Park erinnert einem an das Plänterwald in Berlin.

Die optische Lichteffekte im Wald sind manchmal großartig. Wenn die kleine Spielzeugäffchen sich in Monsteräffchen wandeln und mit am Zerfall und Vernichtung des Parks arbeiten, weiß man dass es mit Junes Mutter nicht gut geht. Die Äffchen sind wie das schlechte Blut in Mutters kranken Körper. Mit Hilfe ihre Lieblingstiere weiß June den Park zu retten, findet ihre Kindheit und Fantasie wieder und lässt ihre Mutter geheilt heimkommen.

Der Film passt gut in der Animationsfilmreihe wo komplexe abstrakte Welten dargestellt werden, sowie in Pixars „Inside Out“ oder Disneys „Ralph breaks the Internet“ und darin ist Wunder Park auf jeden Fall auf wunderbare Weise geglückt.

Kris van Alphen

https://www.linkedin.com/in/kris-van-alphen-14a8494/

 

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