Die INDAChs Kritik von Tim Hennig zu Steven Spielbergs „Ready Player One“

Hallo Johannes,

vielen Dank nochmal für die Einladung zum Ready Player One Screening! Es folgt die Filmkritik, und mein erstes Indachs Bild! 🙂 Der Indachs, vollständig digitalisiert, auf der 80er Oasis Tanzfläche 😀

Viele Grüße, Tim

 

Mit Ready Player One zeigt Steven Spielberg, dass eine Dystopische Zukunft auch ganz schön viel Spaß machen kann! Cool! In einer zerstörten Zukunft 2045 flüchten sich die Menschen schon seit einigen Jahren in die Virtual Reality Platform „OASIS“. Der Protagonist Wade Watts ist in einer Generation aufgewachsen, in der die Parallelwelt OASIS schon immer interessanter war als das echte Leben.

Wade wohnt in den „Stacks“, ein futuristisches Slum aus vielen zerstörten Autos und übereinander gebauten Wohnungen. Das sieht cool aus, und man bekommt direkt am Anfang eine sehr Spielberg-typische Kamerafahrt durch die „Stacks“ zu sehen. Doch der Film bleibt nicht lange in der echten Welt: Schnell folgen wir Wade Watts in die Oasis.

Und da gibt Ready Player One Action-mäßig erstmal richtig Vollgas. Ohne die Regeln der Physik, (bzw. darf der Film seine Eigenen Regeln machen) kann es in der Computerspiel-Welt so richtig zur Sache gehen, ohne dass man die Logik dahinter hinterfragen muss. Die abenteuerlichsten Momente des Films spielen sich vor allem in der virtuellen Welt ab – Oder sogar in beiden gleichzeitig.

Es gibt ein Regelrechtes Feuerwerk an Easter Eggs in Ready Player One, bei denen von 80er Jahre Fans, bis zu Gamern hoffentlich für alle etwas dabei ist! An dieser Stelle kommt einmal eine kleine Spoiler Warnung, an alle die den Film noch nicht gesehen haben 😉 Es gibt nämlich eine ziemlich unerwartete Sequenz, die wahrscheinlich als Überraschung am besten funktioniert!

Absolutes Highlight war für mich die Szene, die IN einem Stanley Kubrick Horrorklassiker stattfindet: Diese Sequenz kam absolut unerwartet und in dem Moment, in dem die Gruppe plötzlich das Overlook Hotel betritt, war kurz erstmal überhaupt nicht klar, in welche Richtung der Film jetzt gehen wird! Großartig, super spannend (und auch ein bisschen gruselig)! Die VFX dieser Sequenz fand ich besonders beeindruckend, weil alles komplett realistisch aussah! Genau wie im echten Original The Shining! Zumindest, bis es sich dann später doch etwas mehr vom Original trennt 😉

Die Visuellen Effekte wurden hauptsächlich von ILM und Digital Domain gemacht, und sind durchgehend super, das Motion Capturing und die schiere Vielfalt an Sets und Figuren sind echt beeindruckend.

Alle Charaktere haben ebenfalls einen Game-Avatar für die Oasis Welt, und die haben mir insgesamt gut gefallen! Obwohl sie eigentlich ziemlich anders aussehen, als die Realen Figuren, kommt es nicht zu Verwechslungen und man sieht jeweils beide als denselben Charakter. Die Balance zwischen Realismus und CG-Look funktioniert prima.

Ich empfehle Ready Player One auf jeden Fall weiter! Brille auf und eintauchen ins Computerspiel!

Tim Hennig

 

Die INDACHS Kritik von Vanessa Schneider zu Ava Du Vernays „Das Zeiträtsel“

Der Film erzählt die Geschichte von Meg und ihrer Familie. Ihr Vater, ein Physiker, versuchte zu beweisen, dass ein Mensch mit Hilfe seiner Gedanken durch Galaxien reisen kann. Eines Abends verschwand er plötzlich. Vier Jahre sind vergangen, während alle Welt denkt, dass er die Familie im Stich gelassen hat, gibt Meg und ihr Bruder Charles Wallace die Hoffnung nicht auf, dass er zurückkommen wird. Durch die Hilfe von drei Wächterin gelangen die Geschwister und Meg’s Schulfreund in eine neue Welt und begeben sich auf die Suche nach ihrem Vater und sich selbst…

Eine emotionale Geschichte mit herausragenden Jungdarstellern. Ganz besonders Storm Reid, die Meg Murry verkörpert. Auch in den „Greenscreen“-Szenen haben sie mich vollkommen überzeugt.

Etwas störend empfand ich allerdings die drei Wächterinnen, gespielt von Oprah Winfrey, Resse Witherspoon und Mindy Kaling. Sie waren mir, bis auf Oprah Winfrey, zu schrill und zu bunt. Auch der ständige Kostümwechsel hat für mich keinen Sinn gemacht.

Generell war die Welt schon extrem künstlich und mit zu satten Farben. Für Kinder ist es bestimmt ein „WOW“-Effekt, aber für mich eher nicht überzeugend. Stimmungstechnisch hat mich der Höhepunkt des Films, der düster ist, aber dennoch überzeugt.

von Vanessa Schneider

Die INDAChs Kritik von Michaela Müller zu Disneys „Das Zeiträtsel“

Auf den Stühlen rücken, Uhren gucken, seufzen, dann war der Film zu Ende. Eine ungewöhnliche Stimmung für ein Pressescreening in Hamburg.
Einige fantastisch schöne Hintergründe trösten kaum über die flache Handlung von das Zeiträtsel hinweg, ebenso wenig über die berechenbaren Charaktere. Ein überirdisches Übel, das schlicht böse und Ursprung aller menschlicher Verfehlungen ist, gibt auch einen enttäuschenden Gegenspieler ab.
Gut gespielt, schön animiert, das Design passend für einen fantasy Kinderfilm. Doch das Zeiträtsel schöpft sein Potenzial nicht aus. Nach einem sehr vielversprechenden Anfang war ich leider nur noch gelangweilt.
(Diese Kritik hätte ich lieber nicht geschrieben. Wirklich schade.)
Michaela Müller

Hier die INDAChs Kritik von Sarah Nolte zu Disneys „Das Zeiträtsel“ von Ava Du Vernay

Dieser Film basiert auf dem Buch Die Zeitfalte von Madeleine L´Engle, mit ein paar Änderungen.
Nachdem ich den Film gesehen habe möchte ich schon gerne das Buch mal lesen, den der Ansatz ist gut. Einige Sachen die ich als nicht so gut dargestellt finde, können im Buch sicher besser und ausführlicher erzählt werden. Der Film handelt von der Familie Murry. Dr. Kate Murry und Dr. Alex Murry (gespielt von Chris Pine) sind Physiker und haben zwei Kinder. Die Teenagertochter Meg und den hochintelligenten Charles Wallace.
Vor 5 Jahren ist Dr. Alex Murry bei einem Experiment verschwunden und seit dem ist Meg traumatisiert, zieht sich zurück und wird in der Schule als Außenseiter auch gemobbt.
Eines Abends erscheint eine merkwürdige Frau namens Mrs. Whatsit in ihrem Haus, die Charles Wallace zu kennen scheint. Am nächsten Tag zieht es ihren jungen Bruder ins Haus einer anderen merkwürdigen Frau namens Mrs. Who (nicht zu verwechseln mit Dr. Who). Meg und Charles Wallace haben dabei den Klassenkameraden Calvin dabei.
Diese Frauen scheinen irgendetwas über das verschwinden von ihrem Vater zu wissen, doch Meg traut ihnen nicht und möchte nichts mit dem ganzen zu tun haben.
Als die beiden Frauen und eine dritte namens Mrs. Which im Garten der Familie Murry auftauchen und versprechen bei der Suche nach Megs und Charles Wallace Vater zu helfen, beginnt eine abenteuerliche Reise durch das Universum.
Doch sie sehen nicht nur schöne Welten mit Hügeln, durch Farben sprechende Blumen und Kristallen. Auch durch eine dunkle Welt namens Camazotz, die von dem IT regiert wird, müssen die drei Kinder. Hier sind sie jedoch auf sich gestellt, da ihre drei „Feen“ nicht im dunkeln leben können.
Schnell wird klar das ihr Vater in Camazotz gefangen gehalten wird, und es ist nicht so leicht ihn zu finden.

Das Zeiträtsel ist anders als ich ihn mir nach dem Trailer vorgestellt habe, irgendwie mehr aber auch weniger.
Die dargestellten Welten sind super gemacht, von farbenfroh bis düster ist alles dabei. Auch die Geschichte an sich und den Gedanken durch das Universum nur mit der richtigen Frequenz zu reisen ist interessant. Außerdem finde ich die schauspielerische Leistung von Charles Wallace (gespielt von Deric McCabe) super.
Andererseits hätte ich gerne mehr der Welten gesehen, es sind eher kurze Besuche ohne näher darauf einzugehen wie groß das Universum ist.
Auch die Darstellung von Meg Murry lässt mit der Zeit zu wünschen übrig. Am Anfang ist sie ein zurückgezogener Teenager, der dem ganzen nicht traut und sich gegen das Zeitfalten wehrt. Man erwartet das sie an ihrer Aufgabe wächst, wird sie doch am Ende als Kriegerin des Universums gekürt, genau wie z.B. Einstein, Ghandi. Doch die erhoffte Entwicklung fehlt irgendwie bzw. ist zu lasch dargestellt.
Ihr Freund Calvin kommt mir auch etwas zu kurz, der Konflikt mit seinem Vater wird ganz kurz dargestellt aber an sich nicht näher drauf eingegangen.
Die drei Damen fand ich sehr schön in Szene gesetzt. Die Kostüme waren der Wahnsinn, Mrs. Who redet in Zitaten und das Make Up war zu den Kostümen passend und sehr schön.

Das Zeiträtsel ist ein Film den man sich gerne mal gemütlich zuhause anschauen kann, man sollte jedoch nicht so viel Tiefe erwarten. Vielleicht dann eher auf die Couch kuscheln und das Buch lesen.

Sarah Nolte, Leipzig

Virtual Dystopia – Die INDAchs Kritik von Markus Müller zu Warner Bros. „READY PLAYER ONE“ von Steven Spielberg

Eigentlich wollte ich den Film allein schon deshalb sehen, weil der DeLorean wieder in Action zu erleben war. Als dann auch noch das markante 5 Noten-Thema von Silvestri am Ende des Trailers zu hören war, war ich komplett angefixt. Das Buch – ganze zwei mal gelesen – fand ich unterhaltsam und ich konnte mich, als Kind der 80er Jahre, in vielem wiederfinden. 
Der Film beginnt in den Stacks: gestapelte Wohnwagen als eine Art Quasi-US-Favela. Der Teenager Wade Watts verbringt die meiste Zeit seines Lebens in der VR. Hier geht man zur Schule, trifft Leute und erlebt unechte Abenteuer um der Tristesse des Alltags zu entkommen. 
Als James Donovan Halliday das Zeitliche segnet – eine sympathischere Variation eines Mark Zuckerbergs – wird eine Challenge gestartet, in der es gilt das sprichwörtliche Easter Egg in der von ihm kreierten OASIS zu finden. 
Was auf den Stationen dorthin (es gilt drei Schlüssel in verschiedenen Herausforderungen zu gewinnen) visuell losgetreten wird, sucht seinesgleichen. 
Spielberg ist ein Meister. Wenn man den DeLorean durch die Stadtschluchten New Yorks peitschen sieht, presst es einen förmlich in den Kinosessel. All das vermittelt aber auch eine gewisse Erdung, anders als das völlig artifizielle Transformers-Franchise, so dass man dem Avatar „Parzival“ (erinnerte mich stark an einen sehr jungen David Bowie) sein Handeln abkauft und mit ihm mitfiebert. Die Action ist dabei fast durchgehend völlig over the Top, so wie man es sich von einer VR der der Zukunft vorstellt. 

Sicher wäre es interessant gewesen Referenzen aus Spielbergs eigenen Werken der 80er Jahre zu sehen. Indiana Jones, der Wade Watts seine Peitsche leiht. ET der kurz seinen heilenden Finger ausstreckt. Doc Brown, der aus der Zukunft kommend, beim Konstruieren einer neuartigen Maschine zur Seite steht. 
Andererseits tat Spielberg auch gut daran, den Film nicht zu überladen. Auch wenn er vollgestopft ist mit Zitaten und Referenzen, liegt der Fokus schon auf einigen wenigen. Lara Croft, Freddy Krüger, Deadpool… laufen vielleicht 1 Sekunde lang mal durchs Bild. Aber der Iron Giant bekommt die Screentime, die er verdient!
 
Was mich beim Schauen etwas gewundert hat war, dass es wenig von der realen Welt im Jahr 2045 zu sehen gibt, auch wenn 40% des Films darauf entfallen. Wir sehen die Stacks, ein paar Strassenzüge im Dunkeln, Fabrikhallen, eine Dachterasse – das war’s. Keine Kameraschwenks über Zukunftsarchitekturen (an denen man sich allein durch die ganzen Marvelfilme der letzten Jahre durchaus schon satt gesehen haben kann). Andererseits erzielt das aber auch eine Wirkung des Unvermittelten. Diese angenehme Direktheit lässt uns näher zu den Figuren rücken. 
Ready Player One ist ein Sci-Fiction- und Fantasy-Dystopie, die fesselt, überrascht und einige unerwartete Haken schlägt. Das Tempo ist straff, die Darsteller überzeugen, die Geschichte ist toll erzählt und die Modifikationen im Vergleich zur Buchvorlage sind eine echte Bereicherung.
Überraschenderweise hatte der Film nicht den Nerd-Faktor, den ich befürchtet hatte. 
Ich kam die Titelmelodie summend aus dem Kinosaal…
Markus Müller,

 

 

Die INDAChs Kritik von Aygün Völker zu Disneys „DAS ZEITRÄTSEL – A Wrinkle in Time“

Die junge Meg, ihr kleiner Bruder Charles Wallace und ihre Mutter sind unglücklich: Vor vier Jahren verschwand der Vater spurlos. Als Wissenschaftler hatten sich die Eltern mit Zeitreisen durch das Universum beschäftigt. Für die Hypothese des Vaters, man brauche für Reisen durch den Kosmos keine Raumschiffe, sondern nur die richtige Frequenz, um die Zeit zu falten und dadurch Lichtjahre zu überwinden, hatte er auf einer Fachkonferenz nur Gelächter geerntet. Meg und Charles Wallace sind überzeugt, dass ihr Vater bei einem Experiment in ein anderes Universum katapultiert wurde, und sie machen sich auf, ihn zu suchen.

Dabei werden sie von drei schrill geschminkten Feen unterstützt, die Kämpfer für das Gute und gegen das Böse suchen. Der einfühlsame Calvin, ein Schulkamerad von Meg, kommt ebenfalls mit auf die abenteuerliche Reise durch das Universum.

Aygün Völker – Pans Studio

Schön, dass es heutzutage möglich ist, sämtliche Ideen filmisch umzusetzen, die einem modernen Märchenerzähler einfallen. Allerdings bleibt die Geschichte merkwürdig blutleer, auch wenn sich – ganz der Disney-Tradition gemäß – natürlich alle lieb haben und es dadurch letztlich gelingt, Megs und Charles’ Vater zu finden. Leider scheint in diesem Film der Status „es ist kompliziert“ Pate gestanden zu haben. Zum Vergleich: in alten Disney-Filmen wie Schneewittchen und den sieben Zwergen waren die Geschichte und die Charaktere noch einfach angelegt, auch wenn das damalige Frauenbild heute zu Recht antiquiert wirkt – Schneewittchen kann nur putzen, singen und von ihrem Liebsten träumen. Heute sind die weiblichen Figuren unabhängig und selbstbewusst, gesungen wird nicht, gekämpft dagegen schon. Leider sind mit den altbackenen Vorstellungen auch genial einfache Ideen untergegangen: Bei Dornröschen wird das Böse dadurch aufmerksam auf die versteckte Prinzessin, dass die drei unverkennbar lieben, guten Feen dumme kleine Streitigkeiten austragen und durch rosa und blauen Zauberstaub auffallen. Hier im Zeiträtsel scheinen die schillernden Feen ganz und gar nicht auf den ersten Blick gut zu sein. Nur Charles Wallace vertraut ihnen sofort, Meg hat – eigentlich zu Recht – erstmal Zweifel, ob sie ihnen vertrauen kann. Dieses gesunde Misstrauen wird ihr als Fehler angerechnet; auch gilt sie in der Schule als aggressiv und feindselig, obwohl sie sich nur gegen Mobbing der anderen Mädchen verteidigt, die ihrerseits unter Selbstoptimierungsdruck stehen. Die Feen in dieser Geschichte sind keine moralischen Institutionen, Mrs. Whatsit zweifelt an Meg und ist recht brutal zu ihr. Die besuchten Welten sind einerseits hübsch surreal, mit fliegenden Blumen und liebgesichtigen, fliegenden Kohlrabiblättern, andererseits gilt überall die gleiche Schwerkraft, überall gibt es Luft zum Atmen und die menschlichen Figuren sprechen dieselbe Sprache. Außerdem stören Regiefehler wie fehlende Szenen-Anschlüsse – mal hat Meg die Haare hochgesteckt, mal nicht, mal trägt sie ihre karierte Hemdjacke, mal ist sie verschwunden, zum Schluss wieder da – so etwas ist im Zeitalter der sofort sichtbaren Filmaufnahmen nicht entschuldbar. Auch stören einige für eine Kinoproduktion erstaunliche Nahaufnahmen von Gesichtern, was eher für das Fernsehen gedacht zu sein scheint.

Die Szene mit den gleichförmigen Vorstadthäusern und gleichen Kindern, die die gleichen Bälle synchron auftrumpfen lassen, birgt dagegen schön-schauriges Grusel-Potential à la David Lynch, aber dass Charles Wallace zum Bösen mutiert, Calvin aber nicht, obwohl auch er von den vergifteten Brötchen gegessen hat, scheint unglaubwürdig. Merkwürdig auch, dass Charles Wallace böse ist, seit er seine Hochbegabung erkannt hat, während die ebenfalls hochbegabte, aber bescheidene Meg mit ihrem klugen Misstrauen das Brötchen verweigert und ihren Bruder erst durch die Beteuerung, dass sie ihn und er sie liebt, schließlich wieder zurück auf den rechten Weg bringt. Der Aufruf, als Kämpfer gegen das Böse, gegen Verzweiflung und Gemeinheit aufzustehen, geht in dem Schlachtgetümmel und den reichlichen Disney-Tränen mit Zuckerguss unter. Was bleibt? Um den Film mit einem Wort zu beschreiben: merkwürdig.

Viele Grüße aus Berlin
von
Aygün Völker

PANs Studio

Die INDAChs Kritik von Peter Völker zu Disneys „Das Zeiträtsel – A Wrinkle in Time“

Rätselhaft! Rätselhaft! Wie der Titel es ankündigt, so bleibt der ganze Film: rätselhaft. Wunderschöne Effekte, Darsteller der Extra-Klasse, technisch perfekte Musik und Geräusche bringen dennoch keine Geschichte auf die Beine, die fesselt oder einen „bereichert“ aus dem Kino gehen lässt. Ein bisschen Avatar, ein bisschen Einstein, ein bisschen Physik, wie sie sich Klein-Moritz zusammenfantasiert. Und im Mittelpunkt stehen natürlich der vermisste Vater, die Werte der Familie, das Vertrauen, das immer wieder betont wird – ohne geht es wohl nicht bei den Amis.
Man muss sich einmal vorstellen: Jede der 100 Milliarden Galaxien mit jeweils wiederum mindestens 100 Milliarden Sternen, die von noch mehr Planeten umkreist werden – da wird ein gemobbter und traurig-pubertierender Teenie natürlich den Papa, den Super-Physiker, finden. Und dann ist alles gut.
Ich trauere den alten, kitschigen, aber faszinierenden Filmen mit dem Disney-Touch nach, die aber Herz hatten und ziehe sie dem effektüberladenen Quatsch vor… Sorry! Ich bin eben Old-School.

Peter Völker (indac)

 

Anton Ego Tastes Ratatouille | Script to Screen by Disney•Pixar

Ratatouille began with one concoction: a script. See how the final taste scene in Ratatouille transpires from script to screen.

In many ways, the work of a critic is easy. We risk very little, yet enjoy a position over those who offer up their work and their selves to our judgment. We thrive on negative criticism, which is fun to write and to read. But the bitter truth we critics must face, is that in the grand scheme of things, the average piece of junk is probably more meaningful than our criticism designating it so. But there are times when a critic truly risks something, and that is in the discovery and defense of the *new*. The world is often unkind to new talent, new creations. The new needs friends. Last night, I experienced something new: an extraordinary meal from a singularly unexpected source. To say that both the meal and its maker have challenged my preconceptions about fine cooking is a gross understatement. They have rocked me to my core. In the past, I have made no secret of my disdain for Chef Gusteau’s famous motto, „Anyone can cook.“ But I realize, only now do I truly understand what he meant. Not everyone can become a great artist; but a great artist *can* come from *anywhere*. It is difficult to imagine more humble origins than those of the genius now cooking at Gusteau’s, who is, in this critic’s opinion, nothing less than the finest chef in France. I will be returning to Gusteau’s soon, hungry for more.

http://www.pages.drexel.edu/%7Eina22/splaylib/Screenplay-Ratatouille.pdf

Hier die INDAChs Kritik von Britta Kuepper zu „Peter Hase“

Der Film hat mich sehr berührt. Besonders am Schluss, als sich Peter bei seiner Beatrice mit dertypischen Hasenentschuldigung entschuldigt hatte waren doch ein paar Kullertränen locker.
Mit seinen kleinen Witzen, die mit ihrer Ironie doch immer wieder das tatsächliche Leben wiedergespiegelt haben, jedoch nicht allzu sehr dem Zeigefinger gezeigt haben, war das ein abgerundeter Film. Besonders gelungen fand ich die Augen von Peter und Mimik und Gestik von allen Beteiligten. Er hatte einen sehr schönen Humor. Auch wenn bei einer solchen Geschichte das Ende abzusehen ist, war es dennoch so gut gemacht, dass man es nicht doch nicht so unbedingt erwarten konnte.
Das Zusammenspiel von Animation und realer Welt war sehr beeindruckend. Alles in allem war es ein wirklich sehr schöner, entspannender, sehr witziger Film, der sich lohnt mehrmals gesehen zu werden. Auch die Musik war für meinen Geschmack super abgestimmt.

Britta Kuepper

Hier die INDACHs Filmkritik von Heike Schimansky zu „PETER HASE“

Als großer Fan von Beatrix Potter war ich sehr gespannt auf den Film. Ich hab 2014 ihr Haus in Windermere besucht, das immer noch so erhalten ist wie zu ihrer Zeit und inzwischen zum Museum umfunktioniert wurde. Es gibt in ihrem Garten sogar immer noch Hasen zu sehen 🙂

Die Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Peter & CO. 🙂

Der Ort im Film hat aber nicht wirklich viel gemein mit den tatsächlichen Örtlichkeiten, auch die Story wurde nur als grobe Vorlage verwendet. Eingefleischte Fans sollten also ein wenig Nachsehen haben. Peter ist zu einem wahrhaften Draufgänger mutiert und der (junge) McGregor zu einem perfiden Gegner.

Dennoch hab ich mich gefragt, ob Beatrix das heutzutage nicht ähnlich dargestellt hätte? Am Ende gibt es sogar so ein süßes Happy End, dass auch schon mal ein Tränchen fließen darf.

Die Story ist sehr witzig weitergesponnen und einige Charaktere bekommt man einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wie den Hahn, der jeden Morgen lautstark über den neuen Morgen lamentiert oder den Hirsch und seine Charakterschwäche SCHEINWERFER! Einzig die Darstellung von Beatrix Potter hat mir nicht so gefallen. Dabei meine ich nicht die Schauspielerin, die war wirklich charmant, sondern die Darstellung ihrer Arbeit als Künstlerin und auch ihre Beziehung zu den Hasen.

Aber obwohl Einiges so anders war, hat der Film mit viel Charme und Witz gepunktet. Es hat einfach Spaß gemacht, den Dialogen zuzuhören oder den Zweikämpfen von Peter und dem jungen McGregor zuzusehen. Wir haben uns direkt gewünscht, hierzu mal ein Making-Of zu sehen. Und am Ende gibt es für alle Potter-Fans sogar noch eine kleine Trostzugabe in Form einer Animation der Original-Zeichnungen. Schön! 🙂 Der Kinobesuch für Peter Hase ist jedenfalls schon fest geplant und ich freu mich auf ein Wiedersehen mit der verrückten Bande. Vielen Dank an Johannes fürs Organisieren und dass wir dabei sein durften.

Heike Schimansky

visit: http://www.schimansky3d.de/
https://dasauge.de/-heike-schimansky/
http://www.io-home.org/portfolios/s/bilder?k_User=1908

Hier die INDACHs Kritik von Nils Eckhardt zu Guillermo del Toros „THE SHAPE OF WATER – Das Flüstern des Wassers“

Ein ganz dickes Dankeschön an dieser Stelle, dass Du uns durch INDAC die tolle Möglichkeit dieser Screenings bietest! Ich schaffe es zwar nicht immer zu allen Vorstellungen, aber allein das Angebot ist großartig. DANKE!

Anbei nun meine Kritik zu einem grandiosen „Shape of Water“:

Guillermo del Toro stellt mit „The Shape of Water“ ein weiteres Mal unter Beweis, dass er ein begnadeter Geschichtenerzähler ist. Zu Recht wurde er für sein aktuelles Meisterwerk bereits im Januar mit dem Golden Globe 2018 für die beste Regie ausgezeichnet. Skurril, surreal, wunderschön, fantastisch und verstörend brutal ist der Film, so wie man es schon von früheren Projekten von del Toro (etwa „Pans Labyrinth“) kennt.

„The Shape of Water“ ist ein poetisches, fast märchenhaftes Liebesdrama, in dem es um die Beziehung zwischen der stummen Elisa und einem amphibischen Wesen geht, welches als Forschungsobjekt in ein Geheimlabor gebracht wird, in dem Elisa als Putzfrau arbeitet.

Ohne viele Umwege werden in den ersten Minuten des Filmes die Hauptcharaktere und das Setting eingeführt und die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf. Einen Moment lang mag man sich davon ein wenig überrumpelt fühlen. Die sehr direkte und schnörkellose Art des Storytellings hilft aber dabei die fiktive Welt einer amerikanischen Kleinstadt Anfang der 60er Jahre mitten im kalten Krieg anzunehmen und bestimmte behauptete Zusammenhänge als gegeben zu betrachten und nicht weiter zu hinterfragen.

Alles andere als schnörkellos ist das Setdressing. Die Requisite und das Design sind mal opulent, mal angehaucht von Steampunk, mal schlicht und funktional. Stets der Handlung angemessen wird die Geschichte hervorragend unterstützt und es werden Bilder geschaffen, die für die große Leinwand prädestiniert sind – einfach schön anzusehen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die fantastische Filmmusik in „The Shape of Water“ und von der gibt es eine Menge! Ich kann mich nicht erinnern im Abspann eines Filmes jemals eine so lange Liste mit Musikstücken gesehen zu haben.

Ein kleines Schmankerl ist ebenfalls im Abspann zu finden, wenn man genau aufpasst: für die Stimme/Geräusche des Amphibienmannes ist der Regisseur höchstpersönlich ins Tonstudio gegangen.

Es sei aber zum Abschluss dieser Kritik nochmal darauf hingewiesen, dass „The Shape of Water“ durchaus verstörend auf zart besaitete Seelen wirken kann und deshalb aus meiner Sicht berechtigt mit der FSK 16 bewertet wurde. Ich persönlich fand es zwar nicht so übel wie bei „Pans Labyrinth“ (ich erinnere an die Nase-mit-Weinflasche-zertrümmer-Szene), aber den ein oder anderen zwischenmenschlichen Körperkontakt zeigt del Toro doch recht explizit.

Alles in allem ist „The Shape of Water“ ein wundervolles Filmerlebnis für das es sich endlich mal wieder lohnt ins Kino zu gehen und bietet neben dem ganzen aktuellen Superhelden-Einheitsbrei ein beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal.

Nils Eckhardt, Illustrator (IO), Artist for Storyboard, Concept Design and Animation
www.nilseckhardt.com

Hier die INDAChs Reviews von Helena Barbie, Michaela Müller und Steffen Hänsch zu Marvels „BLACK PANTHER“

Hallo Johannes, danke für die Einladung zum Screening, es war klasse! Hier mein Review:

Marvels neuestes Werk „Black Panther“ hält alles, was es verspricht. Ein solider Action Film mit spannender Story und einer guten Prise Humor. Man will gar nicht, dass der Geschichte endet, was natürlich großartig ist bei einem Film, an den man schon hohe Erwartungen hat. Auch wenn der Verlauf der Geschichte mehr oder weniger vorhersehbar ist und die ein oder anderer Szene etwas schnell aufgelöst wird, ist man an die Charaktere gefesselt, welche Entscheidungen sie treffen und wie sie sich in der Geschichte entwickeln. Man sympathisiert dabei schon fast zu sehr mit dem Gegenspieler. Dazu kommt, dass man mit Wakanda in eine ganz neue Welt eingeführt wird, von der man natürlich so viel wie möglich sehen möchte.
Ich glaube selbst wenn man eigentlich kein Marvel Fan ist, wird man mit „Black Panther“ sehr gut unterhalten.
Neben tollen Action- und Kampf Szenen, bietet der Film wunderschöne Bilder. Insbesondere das hochentwickelte Wakanda ist richtig gut gelungen. Der Mix aus afrikanischer Architektur und Sci-Fi ist einfach cool, und die Umsetzung hätte nicht besser sein können. Man konnte sich an Kostümen, Kulissen und Requisiten überhaupt nicht satt sehen. Für einen Science-Fiction-Actionfilm ist der VFX Anteil herrlich subtil, man ist einfach so in der Welt drin, dass man sich gerne auf die Bilder einlässt und es einem gar nicht mehr so unwirklich vorkommt.
Auf jeden Fall eine Kino Empfehlung!

Helena Barbie, Köln

https://www.xing.com/profile/Helena_Barbie

Ich habe mich sehr auf den Film gefreut und kann noch gar nicht sagen, warum er mich emotional nicht ganz mitgerissen hat.

Die Schauspieler, ihre Charaktere und Kostüme sind wundervoll! Die Charaktere werden hervorragend vorgestellt, ihre Motivation ist klar und nachvollziehbar. Die Schwester des Prinzen hat einen frechen Humor, der mir sehr gut gefällt. Nur bei dem Antagonisten habe ich das Gefühl, dass mir noch das letzte winzige Teilchen im Puzzle fehlt.

Die Kämpfe und Verfolgungsjagden in „unserer Welt“ fand ich spannend – bei denen im versteckten Utopia Wakanda, war das insgesamt leider weniger der Fall. Zumindest hatte ich öfter das Gefühl den Fokus zu verlieren und der ein oder andere CG Move ist mir auch weniger positiv ins Auge gesprungen. Im Hintergrund gibt es aber auch noch genug zu gucken, falls man sich für die eigentlichen Kämpfe schon nicht mehr interessiert. Alles in allem, gibt es von mir aber nur pingelige Kritik auf hohem Niveau.

Michaela Müller, Hamburg

https://www.linkedin.com/in/visualcompanion/

Ein guter Film. Ich mochte das Afrika-thematische Setting und die aufwendigen Kostüme. Beeindruckend auch, dass der Film ganz ohne Schützenhilfe anderer Marvel-Helden auskam.
Von den Special-Effects gefielen mir die sand-artigen 3D-Animationen am besten, die am Anfang für Wakandas Geschichte und später auch als eine Art Videoüberwachungs-Interface benutzt wurden. Der Rest der Bildschirm-Anzeigen im Film waren dann wieder eher abgedroschene blau-leuchtende Wabenstrukturen, damit es besonders futuristisch aussieht.

Steffen Hänsch, Data Visualist , Berlin

http://www.steffenhaensch.de/

Die INDAC-Filmkritik von Marie Nothdurft zu Marvels „Black Panther“

Der Film fängt gleich spannend an. Die Animationen wie die Effekte sind fantastisch! Beeindruckend, wie sich der Anzug des Black Panther aufbaut. Die Schauspieler sind durch die Bank eine hervorragende Wahl gewesen, mit Chadwick Boseman als Black Panther ist der Film wirklich gut besetzt. Andy Serkins als Bösewicht passt nahezu perfekt und Martin Freeman ist sehr überzeugend als der verbündete Cop. Aber auch alle anderen Schauspieler bringen ihre Rolle unglaublich gut und glaubhaft rüber. Der Film ist dabei geschlechterspezifisch höchst ausgewogen, da viele der Krieger Frauen sind, womit der Film zeigt, dass jeder für das einstehen kann, was er für richtig hält und dafür kämpfen kann, soll und will.

Der Film ist sehr schön anzusehen, da er die Kultur Afrikas in Kostümbild und Farben der Umgebung wiederspiegelt. Auch die Musik ist genau auf die Kultur abgestimmt, alles in allem ist es ein stimmiges Bild, was den Film sowohl vom Schauen als auch vom Hören her erfahrenswert macht. Die Kamerafahrten sind sehr cool, es ist mal etwas Außergewöhnlicheres, wenn die Kamera zum Beispiel dem Panther beim Sprung aus dem Flugzeug folgt, auch wenn das in dem Moment sehr gewöhnungsbedürftig sein kann, weil es ungeheuer  abrupt und überraschend geschieht
Die Geschichte ist sehr spannend, der Zusammenhang zu Avengers und der ganzen Marvel-Welt wird hergestellt, aber vor allem die Vergangenheit des Black Panther wird breit erzählt. An manchen Stellen zog sich die Story ein wenig, da der Großteil des Filmes sich eben um die Kultur Wakandas dreht und nur weniger um die vertraute Welt oder die Rettung derselben. Oder zumindest kam dies nicht so sehr zum Vorschein.
Alles in allem sollte man diesen Film gesehen haben, da er kulturell und heldenmäßig anders ist als die bisherigen Marvelfilme. Der Black Panther steht in erster Linie für sein Volk ein, für die Leute, die ihm sein Leben anvertrauen.

Marie Nothdurft

Digital Film Design Student, Compositing Artist, München

 

 

Hier die INDAChs Kritik von Alena Nicolai zu Guillermo del Toros „The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“

Hi Johannes,

vielen herzlichen Dank, dass ich mitgehen durfte. ein toller Film! Hier mein Bericht:

Das Flüstern des Wassers (dt Titel) erzählt die Geschichte einer stummen Frau namens Elisa (S. Hawkins), die ihren Unterhalt in der Nachtschicht der Putzkolone eines geheimen US-Forschungszentrum verdingt. Mir wird Einblick gewährt in ihren Alltag der sechziger Jahre. Ohne große Aufregung lebt Elisa über einem nie besuchten Kino und ihre einzigen Freunde sind ein alternder Werbezeichner (R. Jenkins) und ihre Schichtpartnerin (O. Spencer). Beide erscheinen neben der stummen Frau laut und polternd. Ich sehe ein zartes Mauerblümchen, dass von ihrem Umfeld liebevoll nachsichtig behandelt, doch nicht wirklich ernstgenommen wird. Nichts verändert sich in ihrem Leben und so lauscht Elisa leise den Sorgen und Gedanken ihrer Mitmenschen, dafür nehmen diese ihre kleine Eigenheiten hin.

Doch der Eindruck trügt. Elisa trifft im Labor auf eine Meeresfigur (D.Jones), die  der Sicherheitschef Strickland (M.Shannon) gefangen genommen hat und im Rahmen der Forschung „untersucht“. Neugierig und furchtlos fühlt sich Elisa magisch zu der menschenähnlichen Kreatur hingezogen und merkt, dass sie von ihr verstanden wird. Doch das zärtliche Band droht zu zerbrechen als Strickland den Befehl gibt das Wesen zu töten. Mit Unterstützung ihrer Freunde und des Forschers Hofstetler (M. Stuhlbarg) unternimmt Elisa einen Rettungsversuch.

The Shape of Water der neue Film von del Toro ist ein Theaterstück. Der Kinosaal endet heute nicht vor einer flachen Wand, sondern vor einer Bühne, auf der sich ein seltsames Schauspiel entwickelt. Zarte Klänge dringen an mein Ohr, die Töne untermalen den Lauf des Wassers. Sind mal fließend, mal tröpfelnd, zart wie der Hauch einer Umarmung, fügen sie sich harmonisch in das Bild des Auges ein. Wenn ich allerdings nach einer bestimmten Melodie suche bleibt sie mir zunächst verschlossen. Sie sticht nicht hervor, vielmehr ist sie ein wundervoll eingesetztes Stilmittel, welches die Atmosphäre trägt und dem Stück Tiefe verleiht. Ich hoffe sehr, dass mich der Soundtrack, später zu Hause, wieder mitnehmen kann in dieses leise Märchen… im jetzt und hier suche ich vergeblich den Orchestergraben. Auch das Licht ist hervorragend, manchmal habe ich das Gefühl, dass es auf versteckte Tropfen fällt und dort reflektiert wird.

Del Toro erzählt diese leise, vorhersehbare, Liebesgeschichte, gebettet in ein bezauberndes detailreiches Setting, dass ich wirklich jedem ans Herz legen kann. Und wenn ich die Bild- und Tonflut beiseite nehme, mich zurück auf die Geschichte besinne und hinter die Fassade blicke, dann hat mich besonders der Kern des Märchen ergriffen: Die (wieder) aktuelle Frage nach Menschlichkeit. „Mensch sein“ definiert sich für Elisa nicht über Sprache oder Aussehen. Menschlichkeit ist ein Gefühl, welches wir leben oder verachten können. Brutal und ungeschönt, wird mir vor Augen geführt worin Unmenschlichkeit endet, welche Grausamkeit sie birgt und welche Zerstörung sie hinterlässt.

Alena Nicolai

Hier die INDACHS Kritik von Letty Felgendreher zu Marvels „Black Panther“

 

Es fällt nicht sonderlich schwer, unvoreingenommen in einen Marvel-Film zu gehen, wenn man von der Hauptfigur und deren Welt keinerlei Vorkenntnisse hat. „Black Panther“ kannte ich nur aus dem Trailer – der wiederum solide Action versprach.

Meine Erwartungen waren gemischt, einerseits kann man sich bei den Comic-Verfilmungen zumindest optisch immer wieder auf ein interessantes Erlebnis freuen, andererseits reicht dies auch nicht unbedingt, um über einen eher einfach gestrickten Plot hinwegzusehen und/oder über weniger gut ausgearbeitete Figuren. „Black Panther“ hat im Ganzen einfach von allem etwas.

Tolle visuelles Erlebnisse, sympathische, gut gespielte Charaktere, eine für mich jetzt nicht besonders herausstechende Plotline, die aber solide ist, etwas Humor, ein kleines bisschen Politik– und tatsächlich recht starke Frauenfiguren, die nicht am Rockzipfel des Heldens hängen, sondern im Zusammenspiel mit diesem eine gute symbiotische Wirkung entfalten. Es geht erfreulicher Weise weniger um die Rettung der ganzen Welt – vielmehr um Familienzwist, um Perspektivwechsel und Akzeptanz.

Schön ist, dass es sich diesmal nicht um eine weitere Fortsetzung einer bestehenden Filmreihe handelt – sondern um das Näherbringen einer neuen Figur und deren Milieu. Dafür lässt der Film sich Zeit – vielleicht  auch ein wenig zuviel für das, was er erzählt, aber gleichzeitig zu wenig für das, was er eigentlich alles anreißt.

Das royale Drama kommt jedoch als eine so vergnügliche und ungefährliche Unterhaltung daher, dass dieser Punkt gar nicht so sehr ins Gewicht fällt – und so präsentiert sich „Black Panther“ als ein gut konsumierbarer Blockbuster.

Letty Felgendreher

BLACK PANTHER

Regie: Ryan Coogle
Mit Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong’o, Martin Freeman, Forest Whitaker, Angela Bassett,  Andy Serkis, Daniel Kaluuya, Danai Gurira u.v.m.

Deutscher Kinostart: 15. Februar 2018

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