Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu Makoto Shinkais „YOUR NAME“

„Your Name“ ist eine wunderbare, nichtlinear erzählte Geschichte, die die Zuschauer berührt und durch seinen Detailreichtum und seine hervorragende Qualität einfach nur verzaubert.

In „Your Name“ erzählt der japanischen Regisseur Makoto Shinkai die Geschichte eines Körpertausches zweier Teenager. Doch handelt es sich hierbei nicht um eine dieser abgedroschenen Komödien, wie sie schon allzu oft erzählt wurden. „Your Name“ führt den Zuschauer vielmehr in eine magische, komplexe und dramatische Geschichte von Verbundenheit, Traditionen, Moderne, Freundschaft und Liebe.

Die Geschichte handelt von dem Leben des Mädchens Mitsuha aus einer traditionell geprägten japanischen Kleinstadt und dem Jungen Taki, der in Tokio ein modernes Leben führt. Während Mitsuha von der Großstadt und all den Möglichkeiten dort träumt, bewältigt Taki ohne große Begeisterung sein eintöniges Alltagsleben einer Großstadt zwischen Schule und Arbeit. Doch dann erwachen beide im Körper des anderen und ein unglaubliches Abenteuer beginnt. Als Taki versucht Mitsuha auf dem Land zu finden, stößt er auf ein unfassbares Geheimnis.

Doch nicht nur die spannende und intelligent verwobene Geschichte beeindruckt. Der Film verzaubert den Zuschauer mit einer wahnsinnigen Liebe zum Detail.

Die Zeichnungen der Landschaften und Stadtansichten sind einfach nur atemberaubend und man verliert sich in den wunderbaren Bildern. Auch erhält man als Europäer einen sehr interessanten Einblick in Traditionen der japanischen Kultur.

Die Animationen sind nicht minder beeindruckend und die Art, in der der Film mit Licht und Schatten spielt, ist umwerfend, da man hierbei nie vergessen sollte, dass es sich um einen Zeichentrickfilm handelt, in dem jedes Licht- und Schattenspiel mühsam gezeichnet und/oder animiert werden muss. Auch ist die Verbindung von 2D-Zeichnungen und 3D-Modellen ausgezeichnet gelungen. Die 3D Modelle stechen nicht sofort heraus, oder stören die wunderschöne 2D-Optik. Mit Hilfe des cel-shading wurden verwendete 3D Modelle in ihrer Optik so nachträglich bearbeitet, dass diese wieder wie 2D-Zeichnungen erscheinen, was der Optik des Filmes absolut zugutekommt.

Abgerundet wird der Film durch eine wunderbare Filmmusik, die den Film untermalt, umspielt und trägt und die man sich gerne auch noch nach dem Kinobesuch anhört.

„Your Name“ hat nicht zu Unrecht alle Rekorde auf dem asiatischen Kontinent gesprengt.

Kimi no Na wa (der japanische Originaltitel von „Your Name“) lief alleine 143 Tage in den japanischen Kinos und hat inzwischen „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Hayao Miyazaki (Studio Ghibli, 2001) als erfolgreichsten Anime-Film aller Zeiten abgelöst.

„Your Name“ hätte es mehr als verdient, nun auch in Europa diese Aufmerksamkeit zu erhalten, da es sich um einen außergewöhnlichen Film handelt, der durch seine Qualität und Detailliebe besticht und der dem Westen eindrucksvoll aufzeigen könnte, dass der Zeichentrickfilm nicht ausschließlich ein Medium für Kinder ist.

Es stimmt mich traurig, dass es schon als Erfolg zu zählen ist, dass „Your Name“ im deutschsprachigen Raum an ganz 2 Tagen in ausgewählten Kinos zu sehen sein wird.

Also haltet Euch den 11. und/oder 14. Januar 2018 frei, denn an diesen beiden Tagen besteht die einmalige Gelegenheit „Your Name“ in Deutschland auf der großen Kinoleinwand zu sehen. Ein Filmgenuss, den sich kein Kinofan entgehen lassen sollte!

Mein Kinositz für Januar ist schon reserviert!

Friederike Trunzer

http://www.rike-trunzer.de/

Die INDAChs-Kritik von Sandra Hahn zu „Paddington 2“

3 Jahre ist das erste Abenteuer von Paddington schon her. Jetzt kommt er wieder zurück. Und wer den ersten Teil schon mochte, wird nicht enttäuscht.

Paddington ist nun ein volles Mitglied in der Familie Braun und bald steht der 100. Geburtstag seiner Tante aus Peru an. Dafür macht sich Paddington auf die Suche nach dem perfekten Geschenk, doch das hat seinen Preis. Ein paar mehr oder weniger erfolgreiche Nebenjobs und ein Zwischenfall mit einem Dieb machen das Chaos komplett.

Der Film konzentriert sich aber nicht nur auf Paddington, auch die restlichen Familienmitglieder bekommen alle ihren Moment im Film. Dabei dient Paddington ihnen als Motivation, denn eines steht fest: Paddington gehört zur Familie.

Oft können Fortsetzungen nicht mit ihren Vorgängern mithalten, aber Paddington 2 hat es geschafft. Der Film ist herzlich, lustig und total charmant. Eben ein Film für die ganze Familie der auch pädagogisch wertvoll ist. Er vermittelt Werte, wie Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Zusammenhalt.

Die Bildsprache ist sehr stark. Es gibt viele tolle Einstellungen und interessante Blickwinkel. Die Geschichte wird von dem Bild mitgetragen und große Momente kommen ohne gesprochenes Wort aus.

Die Animation ist sehr schön in den Film integriert. Paddington tapst mit so viel Witz und Charme durch die Straßen Londons, dass man erst gar nicht hinterfragt, wie das gehen kann. Paddington gehört einfach in diese Welt.

Der Film lebt vom Slapstick. Oftmals natürlich durch die tollpatschige Art des kleinen Bären. Wer Charlie Chaplin kennt und mag, wird auch Paddington lieben.

Ich würde den Film auch ein zweites Mal anschauen und genauso lachen, wie beim ersten Mal. Ein wirklich gelungener Familienfilm.

Viele Grüße

Sandra Hahn

Studentin für Audiovisuelle Medien an der HdM, Stuttgart

Hier die INDAChs Kritik von Saskia Wolf zu Pixars „COCO“

Coco Screening 15. November 2017 – Review

Nicht nur mein Film 2017, sondern voerst auch so meine absolute Nummer eins.

Dabei könnte ich es fast belassen, aber es drückt nicht wirklich aus
warum. Dass der Film mir gefallen würde, war mir bereits von der ersten
Minute an klar, denn er ist wunderschön. Die Haut sah zum Greifen echt
aus, die Farben kräftig und der unglaublich kreativ dargestellte Anfang
waren für mich schon mal Brief und Siegel für eine ziemlich sichere Nummer.

Auch die Musik stellt einen bedeutenden, dramaturgischen Teil des Films dar.  Aber der bekommt nicht nur vom
Soundtrack viel Liebe und Herz, sondern auch aus dem Bereich Animation. Denn soviel sei hier verraten,  die Animatoren haben sich bei diesem Film durchweg selbst
übertroffen. Witze und Situationskomik sind clever und geschickt und wenn
es sein muss, zackig geschrieben – neben der erwähnenswerte Tatsache, dass auch viel visuelle
Komik geboten wird. Die erschlagend schönen Designs und Bilder ziehen
sich außerdem durch den ganzen Film, mit faszinierender Liebe zum
Detail, die man nach und nach entdecken kann.

FAMILY REUNION – In Disney•Pixar’s “Coco,” aspiring musician Miguel (voice of Anthony Gonzalez) makes an impulsive choice that sets off a series of events that ultimately lands him in the Land of the Dead where he’s able to interact with his late family members, including Tía Rosita (voice of Selene Luna), Tía Victoria, Papá Julio (voice of Alfonso Arau), and Tío Oscar and Tío Felipe (both voiced by Herbert Siguenza). Disney•Pixar’s “Coco” opens in U.S. theaters on Nov. 22, 2017. ©2017 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Was mich jedoch kalt erwischt hat, war die Story. Sicherlich, es ist
immer noch ein Film, bestimmte Dinge passieren, die sieht man kommen.
Andere sind ein Plot-Device, aber alles hat einen wirklichen Grund, da zu sein.
Alles trägt dazu bei noch mehr zu fühlen. Sei es um sich noch mehr mit
einem Charakter zu identifizieren, noch mehr über einen guten Witz zu
lachen, oder einfach um tränenüberströmt, aber mit einem breiten
Strahlen im Gesicht die Leinwand anzustarren.

Die Art wie es Pixar geschafft zu haben nicht nur ein kulturell fremdes
Fest, sondern die ganze, einnehmende Atmosphäre Mexikos und dessen
besondere Ausstrahlung einzufangen hab ich so zuvor noch nie bewusst
irgendwo auf der großen Leinwand gesehen. Coco bewegt nicht nur zum
Fühlen und Denken, sondern auch zum Umdenken. Neu zu verstehen wie eine
andere Kultur mit der Familie und deren „Vergänglichkeit“ umgeht war
eine Denkweise die sich wie ein Geschenk angefühlt hat. Día de Muertos
(Tag der Toten) mag düster klingen, aber die Bedeutung dieses Fests ist
die Essenz dieses Films. Und es lohnt sich diese kennenzulernen.

Darla K. Anderson und Lee Unkrich zu Besuch in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm eingerahmt von Stefan Kuhlmann und Johannes Wolters beim Q&A mit den INDAChsen nach dem Screening am 15. November 2017

Danke nochmal an Indac und die Veranstalter, das Screening war
fantastisch. Dass im Q&A danach die ersten Leute fast nur ihre
Dankbarkeit und Faszination ausdrücken konnten, bevor die ersten Fragen
aus dem Publikum gestellt wurden zeigt, wie fantastisch der Film ist und
die Leute die an ihm gearbeitet haben. Wie viel Recherche und
Detailverliebtheit in dem Film wirklich steckt ist als jemand aus einer
anderen Kultur nur oberflächlich bewusst. Dank dem Screening und den
ausführlichen Antworten von Lee Unkrich und Darla K. Anderson hab ich
jedoch einen einzigartigen Einblick bekommen, den mir keiner nehmen kann.

Kurzum: Immer gerne wieder!

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Danke nochmal und
Ganz viele Grüße!
Saskia Wolf

 

Hier die INDAChs Kritik von Vanessa Schneider zu Pixars „COCO“

Pixar’s neues Meisterwerk »Coco« erzählt die Geschichte von Miguel Rivera und seiner Familie. Das Wichtigste ist die Familie, doch Miguel sehnt sich danach Musik zu machen. Musik ist aber in seiner Familie strengstens verboten und seine Abuelita sorgt dafür, dass das auch so bleibt. Miguel lernt mit Hilfe seines Idols Ernesto de la Cruz, dem größten Musiker Mexicos, Gitarre spielen. Genau wie sein Idol möchte Miguel an dem Musikfestival der Stadt Santa Cecilia teilnehmen, doch durch einen Zufall findet er sich im Land der Toten wieder.

Der Film widmet sich dem Fest der Toten, dem »Día de los Muertos« in Mexico. An diesem Tag werden die Verstorbenen gefeiert und viel wichtiger noch, die Lebenden erinnern sich an die Geschichten ihrer Ahnen.

Visuell sehr beeindruckend ist das Reich der Toten. Angefangen über die Ringelblumenbrücken bis hin zu der leuchtenden Stadt und der Liebe zum Detail, z.B. im Bahnhof. Die Farbenpracht im Reich der Toten grenzt sich sehr gut von Miguels Welt ab, die etwas entsättigter wirkt.

Weiteres Highlight sind für mich die Skelette. Eigentlich sind sie etwas Unheimliches, doch Pixar hat es geschafft, sie freundlich und sympathisch wirken zu lassen. Jedes der Skelette, obwohl sie einheitlich sind, hat eine Persönlichkeit, die über die Kleidung und Körperbemalung deutlich wird.

Sehr interessant sind auch die Animationen, besonders die Szene, in der Miguel Gitarre spielt, gefällt mir sehr gut. Generell ist es auch faszinierend, wie die Skelette sich bewegen und durch eine unbekannte Kraft zusammengehalten werden.

»Coco« zeigt, wie wichtig es ist, seine Träume zu verfolgen, aber dabei nie seine Familie zu vergessen. Genauso wie den Tod von Angehörigen nicht als etwas Trauriges zu sehen, sondern sich daran zu erinnern, wie die Verstorbenen waren.

Leider wurde bei dem Screening der Disney Kurzfilm »Olaf taut auf« nicht gezeigt.

Von

Vanessa Schneider

Die INDACHs Kritik von Robert Hranitzky zu Pixars „COCO“

Mit „COCO“ hat Pixar mal wieder ein Meisterwerk erschaffen.

Mit den letzten beiden Filmen „Cars 3“ und „Finding Dorie“ wurde ich nicht so sehr abgeholt, da beide letztlich „nur“ Fortsetzungen waren und somit auch nicht eine gänzlich neue Welt mit neuen Charakteren vorgestellt haben. Allerdings ist Coco ein wahres Feuerwerk an fantastischen Bildern, Figuren und natürlich einer sehr bewegenden Geschichte.

Mit „Ratatouille“, „Wall-E“ und „Alles steht Kopf“ gehört „COCO“ zu meinen absoluten All-Time-Favorite Pixar Filmen. Pixar schafft es mal wieder auf wunderbare Weise die verschiedenen Zielgruppen von Groß und Klein anzusprechen, so dass die Jüngsten einen Riesenspaß am Klamauk und der perfekt animierten Situationskomik haben – vielleicht aber die übergeordnete Geschichte nicht in dem Maß verstehen wie z.B. Erwachsene es tun. Die Geschichte selbst hat viele Botschaften, in erster Linie natürlich das übergeordnete Thema Familie. Es geht um Generationen und Traditionen, damit auch einhergehend das Erwachsenwerden, wo auch Abschied, Loslassen und entsprechend leider auch der Tod dazugehört. Aber auch Themen wie Träume und (Musiker) Karriere werden auf subtile aber faszinierende und charmante Weise behandelt – welchen Preis muss man unter Umständen zahlen, wenn man berühmt werden möchte und was stellt das mit einem an? „COCO“ kommt in einigen Momenten mit so einer emotionalen Wucht daher, wie in den bewegendsten Szenen von „Oben“ und „Alles steht Kopf“.

Im Kinosaal schien jedenfalls kaum ein Auge trocken geblieben zu sein. Man möchte sich beim Schauen des Films freuen, tanzen und weinen – selbstverständlich kommt dabei das Lachen nie zu kurz, ganz gleich ob dies von Klamauk oder einem smarten Witz ausgelöst wird. „COCO“ bedient das komplette emotionale Spektrum und ist wahrlich wie eine Achterbahnfahrt. Die bunte, lebensfrohe und liebenswerte mexikanische Kultur wird wunderbar dargestellt und obwohl der Film fast sechs Jahre bis zur Fertigstellung gebraucht hat, kommt er genau zur richtigen Zeit in die Kinos. Ohne dabei politisch zu sein setzt „COCO“ ein positives Zeichen und ist bereits jetzt schon der erfolgreichste Film aller Zeiten in Mexiko! Dabei ist die Machart und die technische Umsetzung gewohnt hoch. Ganz gleich ob es die Art der Animation, das Characterdesign oder der schöne Look ist.

Es ist faszinierend zu sehen, dass neben einer wunderbaren Story auch die visuelle Qualität ein, mal wieder, unfassbar hohes Level hat. Die Herausforderung Skelette „lebendig“ und eben nicht furchterregend darzustellen ist Pixar beispielhaft gelungen. Sämtliche menschliche Charaktere sind ebenfalls mit einer unfassbaren Liebe zum Detail gestaltet worden und könnten selbst als „echte“ Schauspieler nicht besser zum Leben erweckt werden.

Da bei „COCO“ Musik eine sehr große Rolle spielt, darf hier auch der großartige Soundtrack von Michael Giacchino nicht unerwähnt bleiben. Grundsätzlich bin ich kein großer Fan davon, wenn in Filmen gesungen wird. Allerdings passt das in diesem Film wunderbar rein, weil es einfach Sinn macht und eben zur Story gehört. Hinzu kommt auch, dass die Songs wirklich schön sind und authentisch mexikanisch wirken – selbst in der deutschen Synchro! Eine wahres Meisterwerk welches auf allen Ebenen und Sinnen begeistert.

Ein großer Dank auch an Johannes Wolters von INDAC für das Privileg, diesen schönen Film in der Preview gesehen zu haben.

Robert Hranitzky

http://www.hranitzky.com/

Stimmen zum INDAC Event zu Pixars „COCO“ in BERLIN mit Regisseur Lee Unkrich und Darla K. Anderson

Mario Doll schrieb:
Hallo Johannes,

auch von mir noch ein paar schriftliche Anmerkungen zum „Coco“ Screening.

Preisfrage: Wo kann man einen wirklich zauberhaften Film in einem wunderschönen Kino mit Snacks + Getränken genießen und erhält als Sahnehäubchen noch ein Q&A mit dem Regisseur und der Produzentin obendrauf? Natürlich bei INDAC und Dank Johannes Wolters. Es ist schon wirklich Klasse wie Du, lieber Johannes, das immer wieder schaffst solche tollen Screenings zu organisieren, zu gestalten und auszuführen. Ich möchte mich bei dir recht herzlich für einen ganz tollen, erlebnisreichen und sehr exklusiven Abend bedanken! Der Film war ein absoluter Volltreffer – da hat einfach alles gestimmt und es war höchst informativ dem Regisseur Lee Unkrich und der Produzentin Darla K. Anderson anschließend zu lauschen und Wissenswertes zum Hintergrund und der Entstehung von „Coco“ zu erfahren. Du und auch Dein Co-Host Stefan Kuhlmann habt das richtig schön und Klasse gemacht, sowie witzig und charmant durch den Abend geführt! Auch wenn ich noch lange Zeit von diesem Hammer-Abend schwärmen werden, freue ich mich jetzt schon bereits aufs nächste Mal…

DANKE 🙂

Gruß, Mario

Aygün Völker schrieb:

Der neue Weihnachtsfilm ist zwar nicht weihnachtlich, sondern von dem mexikanischen Dia de Muertos inspiriert, aber wieder einmal überzeugt PIXAR mit einer bombastisch-umwerfenden Animation, strahlenden Farben, herausragendem Soundtrack und einer zu Tränen rührenden Geschichte. Und wieder wagt sich das Studio an einen Plot mit gesellschaftlichen Tabu-Themen, an die sich sonst kein Familienfilme-Macher wagt, weil sie als Kassengift gelten. Die Geschichte ist diesmal etwas ambivalent, Gut und Böse nicht ganz so klar und eindeutig wie sonst, zwei Erzählstränge kommen sich in die Quere – auf der einen Seite ein innerfamiliäres Problem über die Zukunft des Jungen Miguel, auf der anderen Seite der Kampf gegen die böse Figur, die ein bisschen vom ersten Erzählstrang ablenkt. Insgesamt ein fantastisches Abenteuer, unbedingt sehenswert, und über das Vergessen von Personen kann man dann innerhalb der Familie noch lange diskutieren. Großes Gefühlskino, unbedingt ansehen!

Aygün Völker

Familie Völker in der ASTOR Film Lounge Berlin beim COCO Event

Chris Hefele schrieb:

Das hat Spaß gemacht, vielen Dank! Auch von den beiden Anderen – die waren auch schwer begeistert. Solche Filme sind gerade heute so wichtig. War toll, von Darla und Lee noch was dazu zu hören. 6 Jahre…
Wenn ich sehe, was heute möglich ist (auch bei Zootopia letztes Jahr), fühle ich mich als 2D-Mann echt wie einDinosaurier 😀

 

 

David Aguirre Hoffmann schrieb:

Ich wollte Ihnen danken, dass Sie die Premiere von Coco organisiert und mich eingeladen haben.

Ich bin kein Mexikaner, aber ich bin in der Nachbarschaft. Ich komme aus Honduras und die Ähnlichkeiten zwischen beiden Ländern machten den Film für mich besonders emotional. Und als ich dem Pixar-Team zuhörte, erinnerte ich mich daran, warum ich die Welt der Animation so sehr liebe.

Ich arbeite derzeit als Art Director für die Dreinull GmbH hier in Mitte, seit vier Jahren machen wir werbungen für bekannte Deutsche Marken. Allerdings würde ich mich gerne mit der Art von Animation beschäftigen, die Geschichten erzählt (filme/serien/shorts). Ich habe Computeranimation in Florida studiert, und vor kurzem habe ich die Änderungen vorgenommen, um ab dem nächsten Monat mehr freiberufliche Jobs aufzunehmen. Ich bin auch gerade zu INDAC gekommen und werde mich stärker verbinden.

Vielen Dank,

David

Hier die INDAChs Kritik von Kim Sofer Matthias zu Lee Unkrichs „COCO“

gesehen in der „Astor Film Lounge – Berlin“

Wenn ich schon ins Kino „muß“, dann will ich wenigstens später mit dem Gefühl herausgehen können, das ich zwischen 11 – 28 Jahren regelmässig in Filmen meiner Wahl hatte ( Blade Runner, Alien, Diva, Le grand bleu, Zabriskie Point, etc. ) und die gesehene, für mich ausgesprochen lebendige, Immersion „mitnehmen“ ( zumindest bis ins Bett ) durfte. Der deutliche Drang, dies hier jetzt aufschreiben zu müssen, zeigt, daß ich immer noch „drinnen“ bin und das mit vollem Verständnis und einem Gefühl großer dankbarer Erhabenheit. Ich denke, etwas gelernt, etwas Größeres verstanden und den Zusammenhang zwischen einem Wunsch, seinem Gedanken und der Relevanz für meine Welt hergestellt zu haben. Einfach nur, weil ich gestern Abend der deutschen Preview von „COCO“ beiwohnen durfte und es wirklich genossen habe und das hat zuviele Gründe, um diese hier in aller Bewegtheit wirklich so angemessen ausführen zu können und zu wollen.

Ich war froh, nicht zu wissen, was mich erwartet. Ich war froh „abgeholt“ zu werden. Daher werde ich auch nichts von dem Inhalt verraten, ich kann nicht. Ich kann nur sagen, daß PIXAR 6 Jahre gebraucht hat, um dieses Projekt fertigzustellen. Ich kann sagen, daß die vielen Figuren aus “ COCO“ und die alles und jeden verbindende mehrdimensionale Geschichte auf einen der erfolgreichsten Disney Filme aller Zeiten hindeutet, in Mexiko ist er es bereits (!), dem man zurecht jeden Preis vor die animierten Füsse, Flügel, Tatzen, Schuhe, Knochen und Schnauzen werfen sollte, den es auf der Welt für ein solches Filmwerk gibt. Einfach ein brillianter Film.

Im anschließenden Q`n A gaben Regisseur Lee Ulrich und Producerin Darla K. Anderson bereitwillig Antwort und öffneten die Tür zu der Welt von „COCO“ noch einen Spalt mehr. John Lasseter dürfte sich beim Lesen des Buches von Lee Unkrich (original story by) & Jason Katz (original story by) & Matthew Aldrich(original story by) & Adrian Molina (original story by + co directing)
Adrian Molina (screenplay by) & Matthew Aldrich (screenplay by) mehrfach die Nase geputzt haben, aber Weinen war noch nie so wunderbar, wie zum Ende dieses Filmes. Es ist versöhnend, es lässt uns alle näher zusammenrücken, in der „Disney Version des mexikanischen Ehren-Tages der Toten“ und das ist, was einen der besten Filme dieses Jahrzehnts so besonders macht. Nicht das alte „Familiending“ , wie sonst in Disney Filmen benutzt, nur zu beschwören, sondern es wirklich zu erklären. Eine sog. „Familienaufstellung“ könnte nicht ernsthafter sein. Die Heldenreise des 10 jährigen Miguel hat große Dimensionen und erhabene Vorbilder, mannigfaltig ist das generationsübergreifende Identifikationspotential und die unglaubliche Menge an Referenzen erschlägt den erfahrenen Cineasten. Es ist nicht verwunderlich, daß gerade unter der derzeitigen Präsidentschaft des kalten Überfliegens, dieser warme Film eine solche emotionale Wucht hat, wenn man den Ort der Handlung, seine Repräsentation in den Medien und die letztlich darin lebenden Menschen im realen Vergleich sieht. Abschliessend ist zu bemerken, daß die anwesenden mexikanischen Zuschauer im Publikum nicht nur die stärksten Reaktionen zeigten, sondern bestätigten, daß PIXAR die mexikanische Seele und die Liebe zu den dortigen Menschen mit COCO vergrößert hat, daß jede noch so hohe Mauer am Titan Liebe und der uns alle verbindenden Hoffnung nach gemeinsamen Lebenssinn, ob wichtig oder nichtig, zerbirst….zumindest für eine Stunde und 49 Minuten.

Dank an Johannes Wolters ( INDAC.org ) und dem Team der ASTOR FILM LOUNGE (Ist ein edles „Verzehrkino“ mit „Füsse hoch und so“, fetter Sound und bestem Bild )

Kim Sofer Matthias

Blendwerk.tv

 

„Der beste Pixar Film seit Ratatouille!“ Hier die INDAChs-Kritik von Min Tesch zu Lee Unkrichs „COCO“

Endlich! PIXAR gelangt zu alter Stärke.

Nach den letzten Produktionen war zu vermuten das Pixar dem Kommerz verdammt ist. Mit Findet Dorie und Cars 3 schienen die kreativen Hochzeiten von Pixar endgültig vorbei zu sein.

Min Tesch

Mit Coco beweisen sie das Gegenteil. Für mich ist COCO der beste Animations Film seit Ratatouille. Bunt, fröhlich, nachdenklich und clever. Die Charaktere und Story sind bis auf letzte durchdacht und der Film nimmt immer wieder unerwartete Wendungen. So macht Kino spaß. Nach so einen tollen Film möchte man gerne mehr davon sehen, aber lieber nicht in einem Teil 2, sondern in einer neuen Geschichte mit neuen Charakteren von dem für mich einzigartigen PIXAR Team.

„Ein großartiges, herzerwärmendes Kinderfilmabenteuer, gemacht in den besten Traditionen der guten alten Kinderfilmklassiker wie Chitty Chitty Bang Bang, The Wizard of Oz, Mary Poppins“ Hier die INDACHS-Kritik von Kris Van Alphen zu „Paddington 2“

Lange nichts mehr gehört von meinem Lieblingsbären Winnie Pooh! Als ob Harry Rohwolt ihn mit ins Grab genommen hätte. Allerdings hat der gute alte Winnie mit dem Kinojahr 2014 Konkurrenz auf dem Gebiet der Schmusebären bekommen, denn Bär Paddington entpuppte sich zum Volltreffer. Diese hohen Erwartungen an den Bären der Extraklasse kann Paddinton 2 voll und ganz erfüllen, so dass er dieses Mal vielleicht sogar die bisherige Lieblingsrolle vom Kuschel-Pooh-bären abzulösen vermag. Nicht daß A.A. Milne und Michael Bond jemals in diesem Konkurrenzgeist gedacht hätten, genauso wenig wie die jeweiligen Illustratoren E.H. Shepard und Peggy Fortnum, aber unsere Welt ist mittlerweile so gebaut, daß am Ende Vermarktung und Merchandising als größter Erfolg aller Erfoge zählt.
Allem Kommerz zum Trotz, werden Sie jedoch ein großartiges, herzerwärmendes Kinderfilmabenteuer sehen, gemacht in den besten Traditionen der guten alten Kinderfilmklassiker wie Chitty Chitty Bang Bang, The Wizard of Oz, Mary Poppins, usw…
Das hat auch damit zu tun, dass alle Plots und Pointes sehr gut im Voraus vorbereitet und ausgelegt werden im Film. Der aufmerksame Zuschauer wird damit sein Spaß haben.
Schon zu Beginn werden Sie in das von Paddington geöffnete Pop-up Buch in eine ganz und gar wundervolle Welt hineingezogen, in der der Bär gedanklich mit seine Tante Lucy spazieren geht. Eigentlich ist die Idee, ein Pop-up Buch zum Ausgangspunkt einer Animation zu machen überaus naheliegend, allein – es wurde noch nicht gemacht! Das Pop-up Buch an sich spielt in Folge noch eine sehr wichtige Rolle, um die sich eigentlich alles im Film dreht. Als ich selbst vor einigen Tagen eine englische Buchhandlung besuchte, gab es das Pop-up Buch auch gleich da zu kaufen. Sehr verlockend aber ich konnte es (noch) liegen lassen ;°)
Der Film ist auch diesmal hochkarätig besetzt. Neben Paddingtons Adoptionsfamilie und den Nachbarn aus dem ersten Film, ist Paddingtons Gegner diesmal der groß- und bösartige Hugh Grant, der seine Rolle mit großer Bravour erfüllt, genauso Paddingtons Komlizen im Gefängnis und die noch immer umwerfende Joanna Lumley in eine Nebenrolle.

Kris Van Alphen

Eigentlich ist Paddington so liebenswert weil er wie ein herzensgutes Kind ist, immer positiv, bereitwillig, unverdorben und manchmal auch sehr naiv, so wie wir auch einst allen mal gewesen sind (oder gerne wieder sein möchten?).
Und auch diesmal taucht das Strassenorchester mehrmals auf im Film, aber wird meiner Meinung nach besser eingesetzt als im 1. Paddington Film. Auch gibt es mehrere Referenzen an Kinoklassiker wie „Mordern Times“ von Chaplin als Paddington dem Knast durch ein Räderwerk entflüchtet, sowie ein großartiges filmisches Finale, in dem eine Mischung aus dem Musical „Singing in the Rain“ und „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley entsteht. Sehr tuntenhaft (camp).
Last but not least bin ich kein großer Fan von synchronisierten Filmen, aber hier ist es durchaus gelungen die großartigen Besatzung gut zu vertreten. Nur wo es keine realen Gegenspieler gibt wird es kritischer, wie zB. am Anfang im Jungle, wo Paddington durch Tante Lucy aus den Fluß gefischt werden muss. Hier kommt mir das Stimmenacting zu clichéhaft vor, so wie ich sie auch selber zu oft bei den Aufnahmen für Animationsfilme erlebt habe. Aber das hat weniger mit dem mehr als sehenswerten Film an sich zu tun.

Kris Van Alphen

Hier die INDAChs Kritik von CAN ERDUMAN zu Warner Bros. „JUSTICE LEAGUE“

Treffen sich ein Alien, eine Fledermaus, ein Mann aus Atlantis, eine Amazone und ein hyperaktiver Jungeselle in einer Bar.

So oder so ähnlich fühlt sich Justice League für die Zuschauer an, die nicht mit der Materie vertraut sind.
Da bin ich mir sicher. Ich habe vor etlichen Jahren die Zeichentrick Serie im Stil der grandiosen, klassischen Batman animated Series angeschaut und kenne die Geschichte, Plots, Feinde und Freunde. Und ich muß sagen: damals hat es mir wirklich mehr gefallen, denn Justice League ist quasi die Champions Liga der DC Comics Welt.

(c) DC Universe

Denn die Justice League sollte eher eine Armee von Superhelden werden. Darunter zwar die klassischen, schweren Superhelden, die auch das Titelblatt ihrer eigenen Comics schmücken, aber auch total wirre, unverbrauchte Helden und Antihelden, die nicht nur in einem Universum, sondern in einem Multiversum mit alternativen Realitäten ihre Abenteuer erleben. Ja Batman im Raumschiff auf fremden Planeten. Schwierig! Oder Batman in einem viktorianischen Gotham mit Steampunk design… dieser Mix aus ernstem, lustigem Scifi und Fantasy sowie der  „Alles ist möglich!“ Einstellung fand ich interessant!
Daher ist zumindest in Comics und in den Zeichentrick Serien viel geboten…aber im Kino stehen wir noch ganz am Anfang des Aufbaus, die Helden müssen sich und die Mitstreiter noch finden.

-Das hört sich hier jetzt eigentlich ganz gut an, aber trotz allem komme ich mit dem, was ich gesehen habe, nicht klar. Es passt für mich auf der Leinwand einfach nicht zusammen, bzw wirkt nicht frisch und natürlich, sondern erzwungen. Ich denke das ist das Los des ewig Zweiten. -Dabei hat sich DC so viel Mühe gegeben: Joss Whedon sollte es richten. Er hat damals schon Avengers und das Marvel Kino Universum auf die Beine gestellt. Und bei Avengers hat’s ja geklappt! …aber gerade die Parallelen sind das Problem, denke ich. Auch die Marvel Filme mussten sich weiter entwickeln und verändern, und während DC erstmal damit anfängt, ist Marvel schon fast fertig und der Markt ist inzwischen übersättigt mit Superhelden Geschichten. Gerade da ist eine eintönige, abgekupferte Story fatal:

Die Geschichte ist DC typisch ernst und episch. Es geht wie immer um das Überleben der Menschheit, weil ein mächtiger Kämpfer mit einer außerirdischen Armee die Welt erobern will. Um dies zu verhindern, müssen sich die Helden zusammen tun und das Portal schließen, durch das er gekommen ist. Ja da klingelt schon Marvel und will seine Avengers zurück haben. Glücklicher Weise spielt die Geschichte nicht in New York City, sondern im verlassenen Hinterland. Das freut das Auge und das Checkbuch der Produzenten.

Bei den Charakteren hingegen sieht man wirklich die Mühe und die Probleme, die sich DC gemacht hat. Hier würde noch so viel mehr gehen, wenn man sich einfach mehr Zeit für die Charakterentwicklung nehmen würde.

The Flash ist mir positiv aufgefallen. Er bringt Witz in die Handlung, ist unsicher und zweifelt an sich selbst. Das finde ich immer interessant, gerade da DC oftmals der Humor fehlt und sich die Charaktere nicht weiter entwickeln können. Muss bei ihm auch so sein, da er diese Wandlung zum Profi noch in seinem Solofilm erfahren wird.

Batfleck ist auch wieder gut. Absoluter Profi in der Superhelden Branche, mit sehr viel Erfahrung und Charisama. Aber langsam wird er alt und macht sich Sorgen um den Schutz. Nicht nur Gotham, sondern der ganzen Erde. Direkte Justice League Motivation! Passt.

Bei Wonderwoman fand ich gut, daß sie sich tatsächlich durch die Erlebnisse des Solo-Films verändert hat und so Cyborg und the Flash etwas Händchen hällt.

Cyborg hingegen gibt sich eher schwer und in sich gekehrte. Er fühlt sich unfertig vom Design an. Aber auch er steht ja noch am Anfang. Quasi wurde die origin story bei allen weg gelassen…wir lernen die neuen Charaktere also vor dem ‚ankommen‘ kennen.

Und genau das kann man auch auf den Film übertragen. Noch nicht angekommen, sondern eher der erste Schritt für den Anfang vom Aufbau des DC Universums. Und genau das unterstreicht die Post Credits Scene des Filmes. Diese zeigt, wie es weiter geht. Nämlich mit einem der besten Antagonisten für den nächsten Batman Film.

Daher mein Fazit:
Justice League ist tatsächlich okay, aber hat das Rad nicht neu erfunden. Wer immer noch Marvel feiert, schnappt sich ein Bier und hat seinen Spaß.

Alle, die tiefe Spannung, Abwechslung und Plot Twists erwarten, sind hier leider falsch.

Can Erduman

Freelance 3D Artist

Jeder sollte so einen Bären haben! Hier die INDAChs Kritik von Mariusz Ginel zu „Paddington 2“

Jeder sollte so einen Bären haben.

 

Wer hätte es gedacht? Allein ein Sandwichtoast mit Orangenmarmelade pro Tag reicht aus, um gesund und stark zu bleiben und alle wichtigen Vitamine aufzunehmen. Doch leider trifft dies nur auf Bären zu, die aus dem dunkelsten Peru stammen. Dies zumindest behauptet der kleine Bär aus London, der immer ein Sandwich mit Orangenmarmelade belegt unter seinem markanten roten Hut versteckt hält.

Während Paddington im ersten Kinofilm aus Peru nach London reist um eine neue Familie für sich zu finden, ist der kleine Bär im zweiten Teil voll und ganz im englischen Alltag angekommen. Er wird von der Nachbarschaft geliebt und geschätzt. Er ist immer zuvorkommend, höfflich und besitzt tadellose Manieren. Paddington ist auch für seine Tollpatschigkeit bekannt bleibt auch in der Fortsetzung nicht von Missgeschicken verschont.

Um für den 100. Geburtstag seiner Tante Lucy in Peru ein besonderes Buch zukaufen, versucht Paddington sich in der Berufswelt zurecht zu finden. Doch typisch für ihn, verursacht er durch seine Tollpatschigkeit nur Chaos. Doch bevor er das Geld verdient hat, wird das Buch vor seinen Augen geklaut, der Dieb entwicht während Paddington ihn verfolgt und wird irrtümlich beschuldigt, dieses Buch geklaut zu haben und landet im Gefängnis.

Während seine Familie Brown sich auf die Suche nach dem Dieb begibt, um die Unschuld von Paddington zu beweisen, versucht der kleine Bär sich im Gefängnis zurecht zu finden.

Auf den ersten Blick wirkt Paddington 2 wie ein gewöhnlicher Familienfilm der zur Weihnachtszeit erscheint, doch in ihm steckt viel mehr. Man muss nicht unbedingt den ersten Teil gesehen haben, um Paddington 2 zu verstehen. Doch versteht man die Charaktere und Ihre Wesen besser, wenn man auch den ersten Teil gesehen hat.

Die einfache und schöne Geschichte spricht auch die kindliche Seele der erwachsenen an. Dies gelingt vor allem durch die Kunst der Erzählung und der kleinen Besonderheiten die neben der Handlung geschehen. Auch die Musikband aus dem ersten Teil findet in der Fortsetzung ihren Platz

Hinzu kommt noch die starke Kreativität der Bildersprache. Alleine das Zuschauen bereitet viel Freude und öffnet das Herz, weil alles Stimmig passt, die Farben, das Set und die Kameraführungen. Ich würde sogar behaupten, um einiges schöner als im ersten Teil.

Auch Paddington hat sich seit dem ersten Kinofilm weiterentwickelt. Sein Wesen, seine Ausstrahlung kommen viel mehr zu Geltung. Man vergisst teilweise, dass es sich bei dem Bären um eine animierte Figur handelt, weil er so lebendig und authentisch ist. Alles wirkt Stimmig, das Fell, die Kleidung, die Mimik, seine Augen bis hin zur Bewegung.

Dieser Film begeistert, er schenkt ein warmes Gefühl und erinnert uns an die guten Werte im Menschen. Zum Schluss geht man mit viel Freude und einem Lächeln aus dem Kino. Vollste Empfehlung.

Mariusz Ginel

3D Artist

 

Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu „Teheran Tabu“

Am Sonntag sagte eine Freundin folgenden Satz zu mir:

>> Ich bin vierzig, Single und lebe alleine in einer Großstadt. Ich arbeite und finanziere mir MEIN Leben – in wie vielen Ländern dieser Welt könnte ich dieses Leben so führen? <<

Selbstverständlich stimmte ich dieser Aussage sofort zu. Jedoch wurde mir erst einen Tag später, bei der Vorführung von „Teheran – Tabu“ in vollem Umfang bewusst wieviel Tiefe und Wahrheit tatsächlich in diesem Satz liegt.

Der Film von Ali Soozandeh zeigt eine iranische Generation, die sich nach einem eigenbestimmten, freien und modernen Leben mit Freunden, Spaß und Party sehnt, aber beim Versuch solch ein Leben zu führen, an den verkrusteten, althergebrachten Traditionen und Religionsvorstellungen der Gesellschaft scheitert.

Da ist die Mutter, die ohne eine Scheidung von ihrem im Gefängnis sitzenden, drogenabhängigen Mann keinerlei Chance hat, für sich und ihren Sohn ein geregeltes Leben aufzubauen.

Da ist die Ehefrau, die sich nichts mehr wünscht als an einer Schule zu unterrichten, aber die die dafür nötige Unterschrift ihres Ehemannes einfach nicht erhält.

Der Film macht in aller Brutalität deutlich, dass eine iranische Frau kein selbstbestimmtes Leben führen kann, so wie wir es in Europa kennen. Für die kleinsten Entscheidungen ist sie immer auf das Wohlwollen und die Einwilligung ihres Mannes oder Vaters angewiesen.

Der Film macht auf drastische Weise deutlich, dass nicht nur ein Ausbrechen aus diesen starren Strukturen, sondern bereits die kleinste Unachtsamkeit mit verehrenden Konsequenzen verbunden sein kann.

Teheran Tabu zeigt aber auch, dass man den inneren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmtheit nicht ausmerzen kann. Die Menschen werden trotz aller Schranken und Bedrohungen nach Wegen und Mittel suchen ihre Träume zu erreichen – auch wenn es Sie ins Verderben führt.

Deutlich zeigt der Film in aller Härte auch die Doppelmoral der Menschheit.

Denn die immer alles rechtfertigenden „religiösen Maßstäbe“ mit denen sofort jede Debatte und Diskussion beendet und jegliches Verbot oder Strafe gerechtfertigt wird, gelten nicht immer im gleichen Maße. Teheran Tabu zeigt, dass es bei der Menschheit am Ende doch nur um Macht, Gier und Lust geht.

Der Film verdient es gesehen zu werden.

Denn er regt uns zum Denken an und hallt nach. Er frisst sich langsam durch die Gedanken und hält uns dabei den Spiegel vor und zeigt uns die hässliche Fratze der Menschheit.

Er sollte uns Europäer aber auch daran erinnern, welche Freiheit und Selbstbestimmtheit wir erreicht haben und dass wir das Gut der Freiheit und der Selbstbestimmtheit schützen sollen und müssen, denn jeder Mensch hat es verdient sein eigenes selbstbestimmtes Leben führen zu dürfen.

Friederike Trunzer

Die INDAChs Kritik von Xenia Gesthuesen zu „TEHERAN TABU“

Das sozialkritische Gesellschaftsdrama ,,Teheran Tabu“ handelt von 4 Menschen, deren Schicksale im heutigen modernen Teheran parallel erzählt werden, aber dennoch miteinander verflochten sind. Somit sehen wir ihr gemeinsames Leid, dem sie unter den Gesetzen des Gottesstaates ausgesetzt sind.Das in Teheran herrschende Patriarchat und die Doppelmoral treffen auf Tabuthemen wie Sex, Prostitution, Drogenmissbrauch und Korruption.

Der Zuschauer wird solide durch die Geschichte geführt. Irgendwann zeigen sich die Verflechtungen der einzelnen Personen und ergeben ein großes Gesamtkonstrukt. Man erwartet gespannt, wie und ob sich alles auflösen wird. Oder ob die Protagonisten ihrem Schicksal erliegen werden. Die Handlung des Films hat mich keine Sekunde gelangweilt, sondern ganz im Gegenteil sehr mitgerissen.

Der Film wurde mit dem Verfahren der Rotoskopie erstellt. Hierbei handelt es sich um eine alte Animationsmethode, bei der reales Schauspiel und Animation kombiniert werden. In diesem Falle wurden reale Schauspieler vor einem Greenscreen gefilmt und später (vektorisiert) mit einem – teils 3D- teils gemaltem – Hintergrund zusammengeführt.
Der Zuschauer wird von den aufwendig inszenierten Bildern regelrecht gefangen genommen. Der Effekt der Bilder verstärkt nochmal die Wirkung des eigentlichen bedrückenden Filmthemas. Und stilistisch passt die Methode meiner Meinung nach auch äußerst gut zum Inhalt des Films (besonders die Farbwelt). Andererseits ist die Rotoskopie perfekt geeignet dafür, dem Zuschauer soviel Abstand zum Film zu gewähren, dass das Thema nicht zu bedrückend wirkt.

Schlussendlich kann ich sagen, dass mich der Film thematisch sehr aufgewühlt und handwerklich beeindruckt hat und man spürt wie sehr das Thema den Machern am Herzen liegt. Äußerst gelungen!

Viele Grüße,

Xenia Gesthüsen

Die INDAChs Kritik von Mario Doll zu Marvels „THOR – TAG DER ENTSCHEIDUNG“

Donnergott Thor hat schon wesentlich bessere Zeiten in der Vergangenheit erlebt. Denn kurz nachdem er von Doctor Strange „entführt“ wird, muss er leider auch noch den Tod seines Vaters Odin verkraften. Bedauerlicherweise kommt hinzu, dass er und sein Bruder Loki sich von da an vor der Rache ihrer unliebsamen Schwester Hela (absolut Klasse: Cate Blanchett) in Acht nehmen müssen. Hela´s einziges Ziel ist es die Bürger von Asgard zu unterwerfen und sich selbst zur rechtmäßigen Königin zu ernennen. Da stören die beiden Brüder natürlich nur und tatsächlich behauptet sich Hela als überstarke Gegnerin und so bleiben Thor und Loki erstmal nur die Flucht mittels Teleportation. Aber selbst dies will nicht gelingen und wegen eines Teleportationslochs geraten beide auf den Müllplaneten Sakaar, der vom „Grandmaster“ (Jeff Goldblum) beherrscht wird. Dieser hat ein Faible für Gladiatoren-Kämpfe und so muss sich Thor auch noch gegen einen alten, großen, grünen Freund in der Arena behaupten…

Endlich wird der Hammer wieder geschwungen im dritten Teil von Marvel´s Held Thor. Kam der erste Teil noch sehr dunkel und der zweite Teil schon eher „Avengermäßig“ daher, ist der dritte Teil doch eher bunt wie ein Flummi. Der Film sprüht vor Witz und ist voll mit spaßigen Dialogen, coolen Ideen und knallbunter Optik. Die Hauptdarsteller Hemsworth, Hiddleston und Ruffalo zeigen erneut, dass die jeweiligen Rollen perfekt zu ihnen passen. Zudem hätte es mit Cate Blanchett als Antagonistin -meiner Meinung nach- absolut keine bessere Wahl geben können – sie spielt so herrlich arrogant, eiskalt, und böse, dass man sie einfach nur mögen muss 🙂 Und Jeff Goldblum als „Grandmaster“ ist eine zusätzliche wahre Augenfreude, denn auch hier musste ich wirklich oft über diesen Charakter schmunzeln. Kurz und bündig: der ganze Film ist einfach nur „göttlich“. Es ist wieder einmal unglaublich wie sich alles in das Marvel-Universum einfügt und die Geschichte um die Infinity Steine wieder etwas weiter gesponnen wird. Regisseur Waititi und seine vier (4!) Drehbuchautoren haben ganze Arbeit geleistet! Daher von mir: Daumen hoch und volle Punktzahl!
Mario Doll

Die INDAChs Kritik von Dominik Reinicke zu Marvels „THOR – TAG DER ENTSCHEIDUNG“

„Thor: Ragnarok“, der in Deutschland den ungelenken Namen „Thor: Tag der Entscheidung“ bekommen hat, führt uns als dritter Thor-Film ein weiteres Mal in die gold schimmernde Götter-Welt Asgard zurück.
Ein neues Unheil in Form der Todesgöttin Hela, gespielt von Cate Blanchett, droht über Asgard und seinen Bewohnern und es ist an Thor,  verkörpert von Chris Hemsworth, seinen rechtmäßigen Thron einzunehmen, Hela zu besiegen und Ragnarök, die Götterdämmerung, zu verhindern.

Haben Marvel-Filme vor allem in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, wie man Heldenstorys spaßig und mit viel Humor erzählt, war der vorherige Teil „Thor: The Dark Kingdom“ hingegen überaus „dark“ nicht nur in Charakteren und Handlung, sondern auch in Sets und Stimmung. „Thor: Tag der Entscheidung“ wirkt da hingegen fast wie ein Kontrast zu seinem Vorgänger. Der Planet „Sakaar“, auf dem wir die meiste Zeit des Films verbringen, ist laut,  neon-bunt und voller verrückter Aliens. Und doch passt das flippige Design perfekt zu der uns gebotenen Action. Spannend choreographierte Kämpfe

Dominik Reinicke

finden auf wunderschön animierten Schauplätzen statt, während Led Zeppelin’s „Immigrant Song“ im Hintergrund läuft. Der unbeschwerte und komödiantische Ton kommt nicht von ungefähr, sondern ist dem neuseeländischen Filmregisseur Taika Waiti geschuldet, der bereits mit Filmen wie „5 Zimmer Küche Sarg“ und „Wo die wilden Menschen jagen“ von sich reden gemacht hat. Waititis Humor, der sich durch den gesamten Film zieht, täuscht über den etwas belanglosen Revenge-Plot und etwas zu eindimensionale Charaktere hinweg und verhilft „Thor: Tag der Entscheidung“ zu einem der spaßigsten Kino-Erlebnisse, die ich dieses Jahr hatte.

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