Hier die INDAChs Kritik von Kris Van Alphen zu Pixars „Cars 3 – Evolution“

Seit Cars 2006 in die Kinos kam, haben wir Erwachsenen ein perfektes Alibi um wieder hemmungslos Spielzeugautos zu kaufen und auch damit zu spielen. Obwohl ich damals eigentlich schon die Ausrede hatte, daß es für die Kinder war, hatten die sich längst auf das nächste Videogame gestürzt, während ich noch immer mit den Carsspielzeugen zu Gange war. Sogar eine Cars Carrerabahn fuhr zu Weihnachten mit unter dem Baum her.

John Lasseter ist es mit Toy Story und Cars gelungen, in Vielen von uns das Kind wieder zu erwecken. Er ist ein Meister in Charakterbuilding und läßt mit seinen Filmen Keinen unberührt, weil er zurückgreift auf die guten, alten Hollywoodfilmstrukturen voller Action, Romantik, Humor und Sentimentalität. Wie gesagt, ist er mit Pixar ein Meister im kreieren herrlicher Charaktere.

Hatte Lighting McQueen im 1.Film sich selbst noch zum größter Gegner, wird er jetzt herausgefordert von der nächsten Generation High Tech Rennwagen, verkörpert in der Figur des Jackson Storm, der eher aussieht wie das Anki Overdrive Spielzeug (eigentlich finde ich „The Next Generation“ als Untertitel passender als „Evolution“ – oder klingt das zu sehr nach Star Trek?). Die neue Technik ist eine reelle Bedrohung womit wir allen früher oder später auf die ein oder andere Weise konfrontiert werden, zum Beispiel auch in der Animation, wo sie uns ständig überholt.

Lighting McQueen schlüpft diesmal in die Rolle des Dock Hudson und muß sich seinen Platz in der Rennarena schwer zurück erkämpfen. Dabei wird ihm von der sympathische Trainerin (und Konkurrentin für Sally Carrera?) Cruz Ramirez geholfen, einer Rolle, die manchmal an Dory aus „Finding Nemo“ denken lässt. In diesem Film geht es ebenfalls um Emanzipation, da McQueen seine Rennfavoritenrolle an Cruz abgeben wird. Sie schafft sogar die berühmte Hudson-Rolle.

Einige Sachen sind mir im 3. Carsfilm zum 1. Mal so richtig aufgefallen:

Wie schön zum Beispiel das Geräusch ist, wenn die Autos fast lautlos fahren, alsob sie im Winter über Schnee fahren. Und wie ausdrucksvoll die Augen immer wieder wirken, obwohl sie so platt und fast wie cut-out sind.

Auch die Musik wird konsequent so weitergeführt wie in den beiden anderen Cars Filmen: einfachste amerikanische Rocksongs in Kontrast mit dem wunderschönen Score von Randy Newman.

Eins ist sicher, auch dieser Film wird wieder schönes Spielzeug unter dem Weihnachtsbaum zaubern! Ob das Anki Overdrive wohl diesmal die bewährte Carrerabahn ablösen kann?

Kris van Alphen

Hier die INDAChs – Kritik von Helena Barbie zu Pixars „Cars 3“

Cars 3 Revolution ist mal wieder ein Meisterstück von Pixar. Vor allem weil die Story an den ersten Cars Film anknüpft. Die Charaktere sind überzeugend und bis in kleinste Detail durchdacht. Egal ob junger, ehrgeiziger, neuer Rennwagen, oder die alte Generation die bereits ihre Rente genießt. Die authentische Gestaltung der Charaktere und Erzählung der typischen Sportler Karriere lässt einen fast vergessen das es sich eigentlich um einen Animationsfilm handelt. Das liegt zum Teil auch an der großartigen 3D Arbeit. Denn die Kulissen und Landschaften sind so realistisch und wunderschön dass man sich kaum satt sehen kann. Also definitiv eine Empfehlung für Groß und Klein.

Helena Barbie

 

Hier die INDAChs Kritik von Matthias Backmann zu Pixars „Cars 3“

Wenn man sich fragt, welche Filmreihen wohl für Pixar am einträglichsten waren, kann man ja mal schauen, wie viele Kinofilme jeweils erschienen sind? Drei Filme hat bislang nur die ureigene Hausmarke Toystory bekommen. Wer böse ist, könnte also sagen, dass Cars 3: Evolution – der dritte Teil der bei Cineasten eher unbeliebten Cars-Reihe eher für hohen Spielzeugumsatz sorgen soll, als endlich wieder einen Kritikerliebling zu schaffen. Aber geben wir dem Film doch eine Chance… Nach dem unsinnigen Rennen um die Welt und der angepappten Geheimagentenstory seines Freundes Mater startet Lighting McQueen diesmal in seinen eigene Gefilden der amerikanischen Nascar-Serie. Dort ist er noch der Star und Seriensieger, bis das Aufkommen von jungen Rennwagen, angeführt vom neusten Modell „Jackson Storm“, und ein Unfall ihn aus der Spur schmeissen. Für die nächste Saison nimmt er sich nochmal viel vor und versucht mit Hilfe neuer Trainingsmethoden und seiner jungen Trainerin Cruz Ramirez zu zeigen, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Aber kann er den Spurwechsel von seiner angestammten Schotterpiste in den modernen Simulator schaffen? Die Story ist diesmal wieder eine Sportlergeschichte – aber nichts Neues. Wer Rocky III und IV zusammenschneidet, kommt wahrscheinlich mit einem ähnlichen Film, nur mit Boxern, heraus: Ein Athlet, der seinen Zenit überschritten hat und es noch einmal wissen möchte (III) und ein Gegner, der die modernsten Trainingsmethoden nutzt, um seine Gegner zu dominieren (IV). Nicht wirklich innovativ. Aber es sorgt für eine Menge Trainingsmontagen! Was Pixar jedoch raushat, ist Welten zu gestalten. Wer bei den Fahrten durch Amerika einfach mal die komischen Autos mit den Augen auf der Windschutzscheibe rausnimmt, hat wunderschöne Postkartenmotive. Und ja – auch die Autos mit den Augen sind gut animiert – aber halt Spielzeug. Und weil ich diesmal die Deutsche Version schauen durfte, muss ich auch mal ein Lob an die Synchronisierung aussprechen. Die Originalstimmen von Owen Wilson, Nathan Fillion oder Bonnie Hunt wurden hier nicht von irgendwelchen unerfahrenen Youtube-Sternchen ersetzt, sondern von professionellen Sprechern wie Manou Lubowski, Bettina Zimmermann oder Christian Tramitz. Einzig der eigentlich künstlichste Sprecher im ganzen Film – das Navigationssystem von Cruz – kommt mit dem hessischen Dialekt von Sebastian Vettel aus den Lautsprechern. Autsch! Der Film lässt sich also anschauen und anhören. Wenn man den Kopf ausschaltet, kann man auch die Story verkraften. Filmfreunde hoffen aber lieber auf Coco oder den zweiten Teil der Incredibles. Ist Cars 3 also der würdige Abschluss einer für Pixar beinahe unwürdigen Trilogie? Ich bitte darum – Lass gut sein, genug Spielzeug verkauft.

Matthias Backmann

Hier die INDAChs Kritik von Gerrit Behnken zu Ambients „Happy Family“

Der komplett in Deutschland  hergestellte Animationsfilm „Happy Family“ startet am Donnerstag, den 24. August in den deutschen Kinos!
Hier gehts zur Werbseite des Films bei Warner Bros!
„Happy Family“ ist eine deutsche Kinofilmproduktion aus dem Herzen Niedersachsens, das die Geschichte einer klassischen mittelständischen Familie und der Probleme ihrer Mitglieder auf humorvolle Weise erzählt. Ambient Entertainmaint in Hannover muss sich mit diesem Film vor der internationalen Konkurrenz keinesfalls verstecken – zumindest nicht vom visuellen Aspekt!
Ich als beruflicher Animator und großer Animationsfilm-Fan habe mich ganz unvoreingenommen auf diese neunzigminütige Familiengeschichte eingelassen und war gespannt, mit was Ambient Entertainment hier glänzen würde. Den Trailer zu diesem Feature Film habe ich auf dem INDAC-Blog gesehen und war doch überrascht, dass so ein nett anzusehender Animationsfilm aus deutschem Hause kommen soll. Das Characterdesign – wenn auch nicht sonderlich originell – kann mit anderen internationalen Animationsfilmen locker mithalten und auch sonst sehen Animation und Look im Ganzen sehr ansprechend aus. Davon war ich begeistert!
Doch erstmal zur Story:
Papa Frank ist völlig überarbeitet, Teenie-Tochter Fee, die sich auf alles Andere als die Schule konnzentriert, ist mit sich selbst unzufrieden, Nesthäkchen Max wird vom Schulschläger gebullied und Mama Emma ist sowieso mit Allem unglücklich – und um diese geht es hier auch.
Emma will das Familienunglück nun geraderücken und die Familie mit einer Kostümparty wieder zusammenbringen. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns dann jedoch von der Hexe Baba Jaga verzaubert und müssen nun als „Adams Family“-Verschnitt alles daran setzen die alte Hexe dazu zu bringen, den Fluch rückgängig zu machen.
Hinter all dem steckt dann auch noch Graf Drakula höchst persönlich, der glaubt, in Emma die Liebe seines Lebens gefunden zu haben.“The Incredibles“ meets „Hotel Transylvania“ – das dachte ich schon beim Trailer und nach 15 Minuten Spielzeit hat das auch der Film widergespiegelt. Was im Kern einen netten Plot hergibt, wird mit Slapstick Comedy und unötigen Gags, die weder die Story voranbringen, noch für mehr als ein Schmunzeln sorgen, wieder verdorben.
Der Film richtet sich vor Allem an das jüngste Publikum, doch von denen blieb das Gelächter im Screening weitenteils aus. Hier und da haben Szenen jedoch mit visuellem Humor und fantastisch snappiger Animation geglänzt, das hat sich nur leider nicht durch alle Shots gezogen. Die Animationsstile waren zum Teil doch sehr unterschiedlich.
Gerne hätte ich hier etwas Neues gesehen, etwas Originelles, das sich vom internationalen Einheitsbrei der Animationsindustrie abhebt und sich mal etwas traut. Optisch muss sich dieser Film nämlich wirklich nicht verstecken!
Leider scheitert es für mich am Storytelling und den gezwungen Gags, die immer wieder eingespielt werden und den Fluss der Geschichte eher stören, als ihn zu pushen. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, wie ich dachte „Okay… aber warum?!“. Das kennt man, wenn jemand einen mittelprächtigen Witz erzählt und die Pointe nicht rüberkommt. Das hat so einen unangenehmen Beigeschmack und man zwingt sich aus Sympathie ein Schnaufen raus.
Fazit:
„Happy Family“ ist eine nette kleine Geschichte, die für mich vor Allem visuell überzeugt, ansonsten jedoch recht zurückhaltend wirkt. Für deutsche Maßstäbe kann sich dieser Film durchaus sehen lassen; auch auf dem internationalen Markt, doch Neues gibt es hier leider nicht zu sehen. Zu viel erinnert an schon Dagewesenes und die Charaktere sind in ihrem Auftreten eher uninteressant und sprunghaft. Gerade bei den Hauptcharakteren, Emma und Drakula, fehlt die Tiefe und die Motivation ist weitgehend undeutlich.
Oscarverdächtig ist „Happy Family“ leider nicht, aber durchaus einen Familienbesuch im Kino wert!_ _ _ _Besten Gruß,
Gerrit Behnken

Hier die Filmkritik von Mario Doll zu Matt Reeves „Planet der Affen: Survival“

Nun ist es also soweit: Der Konflikt zwischen den Affen und den Menschen spitzt sich dramatisch zu und es zeigt sich wieder einmal, dass niemand in Frieden leben kann, wenn man ihn nicht lässt! Der zum Anführer erkorene Caesar (Andy Serkis) ist hin- und hergerissen, aber der Schutz und vor allem die Verteidigung seines Affenvolkes, sowie seiner Familie lassen ihm keine andere Wahl: ein Krieg gegen die Menschen scheint leider unausweichlich. Sein Widersacher, der eiskalte, rücksichtslose Colonel (Woody Harrelson) und seine Armee kennen keine Gnade. Ihm geht es nur um eins: die Affen müssen vernichtet werden. Zudem spielt ein neuer, tödlicher Virus eine entscheidene Rolle und stellt sich als weitere Gefahr heraus… 
Fazit: Der Regisseur Matt Reeves, der auch schon Teil 2 des Affen(film)theaters inszenierte, wußte ganz genau was er zu tun hatte und wie er die Geschichte weiterführen muss! Er führte die Trilogie zu einem großartigen Finale, welches einfach absolut überzeugt und zufriedenstellt! Zu der großartigen Leistung von Andy Serkis ist schlicht zu sagen: gebt ihm einen Oscar! Auch ohne Worte verrät jeder Blick von Caesar / Andy Serkis was er fühlt, denkt oder wie er leidet… einfach Klasse! Auch Woody Harrelson macht seine Arbeit bestens und überzeugt als fieser Antagonist! Ebenfalls zu erwähnen ist die stimmungsvolle Musik, welche von Michael Giacchino komponiert und arrangiert wurde! Somit volle Punktzahl und alles richtig gemacht!
Zudem war es nicht nur lediglich ein Screening eines von mir sehnsüchtig erwartenden dritten und finalen Teils der neueren „Planet der Affen“ Trilogie – sondern es war einer der wundervollsten Kinoabende, welchen ich dank Johannes und INDAC erleben durfte. Denn zu dieser exklusiven Vorführung gesellten sich vorab die zwei entscheidenden Macher des Films: Regisseur Matt Reeves und die Motion Capture Legende Andy Serkis. Beide verrieten sehr informativ Details und Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films. Stefan Kuhlmann, der Moderator des Abends, schaffte es den Beiden interessante News herauszukitzeln und dies machte nochmals richtig Laune auf den Film. DANKE für diesen affenstarken Kinoabend!!

Mario Doll

Die INDAChs Kritik von Dr. Karin Wehn zu Sonys „EMOJI-Movie“

In diesem neuen Animationsfilm von Sony begegnen wir den Emojis, kleinen, digitalen Lebewesen, die alle in Textopolis, der kleinen Welt unserer Mobilltelefone leben. Dort warten und hoffen sie darauf, dass sie der Telefonbenutzer sie passend zu seinen Nachrichten als Piktogramm auswählt. Doch einer von ihnen, Gene hat ein Problem: Im Gegensatz zu allen anderen Emojis hat er mehrere Gesichtsausdrücke, was ihn von allen anderen Emojis in der Smartphone-Welt seines Besitzers Alex unterscheidet. Doch er träumt davon, wie alle anderen zu sein, und bittet die anthropomorphe Hand Hi-5 und das berühmt-berüchtigte Hacker-Girl-Emoji Jailbreak ihm dabei zu helfen, seinen größten Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Code, der Gene reparieren kann, und durchstreifen auf ihrem Weg die verschiedensten Handy-Apps. Das könnte alles ein Riesenspaß sein, – doch dann stößt das Gespann plötzlich auf eine neue und unerwartete Gefahr, die die gesamte Emoji-Welt mitsamt ihren netzaffinen Konzepten wie Cloud, Dropbox, Social Media usw. bedroht, denn Alex will sein kaputtes Smartphone reparieren lassen. Was eine witzige und zeitgemäße Auseinandersetzung mit der aktuellen Netzkultur sein könnte, bleibt eine rasante, aber letztendlich fade Spielerei mit viel Product Placement, von der wenig hängen bleibt. Noch dazu zeichnet sich der Film leider durch eine allzu glatte 3D-Computeranimations-Ästhetik aus.

Karin Wehn

http://www.karin-wehn.de/

Die INDAChs Kritik von Nico Ostermann zu Matt Reeves „Planet der Affen: Survival“

Andy Serkis und der Regisseur Matt Reeves haben viele Interviews über den Film gegeben. Dabei hat Matt Reeves immer wieder betont, dass er bei dem Film Planet der Affen: Revolution zum ersten Mal in Kontakt mit dem Performance Capture Verfahren kam und sich erst einmal an diese Methode der Produktion gewöhnen musste. Bei Planet der Affen: Survival war er mit der Technik bereits bestens vertraut und die Produktion kam ihm mehr als ein Independent Film und nicht als ein Mega-Blockbuster eines großen Verleihs vor. Auch hat ihm die Entwicklung der Performance Capture Technik gefallen. Früher mussten diese Szenen extra gedreht werden. Heute kann man, wenn die Endfigur im Schlamm liegt oder durch Dreck läuft, diese Szenen real mit dem Schauspieler vor Ort drehen und die Motion Capture Daten daraus gewinnen. Das bedeutet, wenn man die CG Figur sieht, wie sie sich im Dreck wälzt, dann ist das auch wirklich der Schauspieler, der sich im Dreck wälzt, und nicht irgendeine nachgestellte Situation. Andy Serkis konnte diesem nur zustimmen. Er hat sehr ausführlich beschrieben, mit wie viel Aufwand die Szenen für Herr der Ringe gedreht wurden, vor allen Dingen, weil damals ja auch noch alles auf Film aufgenommen wurde, und nicht wie heute, digital. Die Produktion war wesentlich komplizierter und für den Performance Capture Schauspieler auch mühsamer und anstrengender als heute. Heute müssen diese Szenen nicht noch einmal einzeln nachgespielt werden, sondern man kann alles zusammen mit den realen Schauspielern aufnehmen und dadurch auch wesentlich besser mit diesen agieren. Beim Planet der Affen ist es natürlich auch schön, dass die Affen wesentlich breiter und größer sind als die Schauspieler, von denen sie gespielt werden. Dadurch braucht man weniger Cleanplates und kann direkt die originalen Szenen mit den Schauspielern verwenden und diese im Compositing mit den CG-Affen überdecken. Dadurch können Interaktionen mit der Umwelt und mit anderen Schauspielern viel besser eingebaut werden und es wirkt realistischer.

Planet der Affen: Survival ist der dritte Film aus der neuen Planet der Affen Reihe und während der Hauptcharakter, der Affe Cesar im ersten Teil anfing, mit Emotionen umzugehen und langsam das Sprechen lernte, so konnte er sich im zweiten Teil, Planet der Affen: Revolution, schon wesentlich besser ausdrücken und mit den Menschen kommunizieren. In dem neuen Teil, Planet der Affen: Survival, hat Cesar überhaupt keine Probleme mehr mit der menschlichen Sprache und kann einwandfrei kommunizieren. Auch Emotional hat er sich weiterentwickelt. Er fühlt, wie die Menschen und möchte sich und die anderen Affen, gegen das Böse verteidigen. Dabei muss im Verlauf der Handlung geklärt werden, wer der Böse ist. Für Ceasar und seine Kumpanen sind es die Menschen, für die Menschen, die sich in den Wäldern befinden, um die Affen zu jagen und zu töten, stellen die Affen das Gefährliche dar, da diese stärker sind als die Menschen. Sie können die Affen einzig durch die Überlegenheit der Waffen und der Technik in Schach halten und gegen Sie kämpfen. Und so kämpfen die letzten Menschen, die es noch gibt, gegen einen Clan Affen, der sich in den Wäldern niedergelassen hat. Aus diesem Grund trennt sich Cesar mit einer kleinen Gruppe seiner engsten Vertrauten, um die Soldaten und Ihren Colonel zu finden und zu vernichten, damit sie endlich in Ruhe an einem neuen Ort leben können. Auf dieser Suche muss Cesar seinen dunkleren Instinkten folgen, um die furchtbaren Ereignisse der Reise zu überwinden und weiter für das Recht auf Leben zu kämpfen. Von der Zivilisation, die wir heute kennen, sind nur noch sehr kleine Hinweise zu sehen. Es gibt kaum noch Zeichen von den Städten und Dingen, wie wir sie kennen, und sie sind nur noch als entfernte Erinnerungen in den Gedächtnissen der Akteure zu erkennen. Erst als Cesar und sein Trupp von Affen auf das Soldatencamp des Colonels treffen, kommen viele Erinnerungen zurück. Cesar muss sich seinem Feind stellen.

Von der Technik her ist der Film natürlich perfekt gemacht und sieht aus wie aus einem Guss. Man sieht den Hintergründen nicht an, wann die real gedrehten kanadischen Hintergründe verwendet werden und wann die CG-Hintergründe eingesetzt werden. Dazu sehen die Affen auch im dritten Teil der Reihe absolut perfekt aus. Sie haben teilweise nasses Fell, teilweise sind sie völlig verdreckt, oder auch nass und alle Simulationen sehen perfekt aus. Einzig die super realistischen Augen, die mehr an menschliche Augen erinnern, als die von Schimpansen und anderen Affenarten, wirken ein wenig fremd. Dazu ist auch die Technik des Performance Captureings so weit ausgearbeitet, dass sie die CG Affen perfekt in die Umgebung integrieren und auch ohne weitere Probleme und Auffälligkeiten mit anderen Affen und auch dem Set interagieren können. Das Schöne ist aber auch, dass der Zuschauer so von der Handlung mitgenommen wird, dass man gar nicht so auf die Technik und die Errungenschaften des Motion Capturings achtet, sondern einfach den Film genießt. Für den Animator und auch den CG Artist ist der Film ein absolutes Erlebnis und er fügt sich bestens in die Reihe der anderen beiden Teile ein – von der Qualität und auch der Handlung. Man sollte sich dieses Erlebnis in 3D auf der großen Leinwand nicht entgehen lassen.

Nico Ostermann

http://www.nico-ostermann.com/

 

Hier die INDAChs Kritik von Thomas Phieler zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

 

Nachdem mir die Comics zu Valerian nur vom Hörensagen ein Begriff waren, konnte ich mich unvoreingenommen in den Kinosessel fallen lassen und schauen ob Luc Besson es mal wieder geschafft hat, mich zu begeistern. Ergebnis: „Mission accomplished“

137 Minuten lang hat mich Luc Besson mit auf die turbulente, mir noch unbekannte Geschichte von Agent Valerian und Laureline genommen und durchwegs die Spannung hochgehalten. Dane DeHaan schaffte es als Agent Valerian mit seiner draufgängerischen Art und seinen Sprüchen immer wieder Momente aufkommen zu lassen, die ihn für mich zu einem richtigen Sympathieträger gemacht haben.

Natürlich wäre das alles nicht möglich, wenn Cara Delevingne in ihrer Rolle als Laureline ihm immer geschickt Paroli geboten hätte. Als toughe Partnerin von Agent Valerian sorgte auch sie im richtigen Moment immer wieder für ein Schmunzeln. Auf der einen Seite spielt sie die ehrgeizige starke Frau, die aber dafür auf der anderen Seite alte Werte wie Ehe und die Voraussetzungen hochhält, das mehrmals in einer amüsanten Abfuhr der Annährungsversuche von Agent Valerian endet.

Beide, Dane DeHaan und Cara Delevinge haben ihre Rollen hervorragend gespielt und konnten mich voll und ganz überzeugen. Auch Clive Owen als Commander Arun Flitt und Rihanna als Bubble haben ihre Charaktere gut auf den Punkt gebracht.

Da wir von Luc Besson ja wissen, dass er Wert auf spektakuläre Bilder legt, hat er es ganz in der Manier vom 5ten Element wieder geschafft eine fantastische und bunte Welt zu kreieren. Die Stadt Alpha, die sich aus den ersten Schritten der Menschheit im All zu einer Zusammenkunft unzähliger Lebensformen aus dem ganzen All entwickelt hat, ist ein Ort des Friedens und zeigt eine immense Vielfalt an Spezies, die in dieser zu einem kleinen Planeten gewachsenen Stadt harmonisch miteinander leben. Luc Bessons charakteristische Handschrift bei der Gestaltung der verschieden Arten und Formen ist sichtbar wieder zuerkennen. Der Mix aus farbenreichen Science Fiction Szenerien sowie heruntergekommen und verlassenen Umgebungen haben sich gut in Waage gehalten und die visuellen Effekte sind extrem gut und glaubwürdig gelungen. Nur hier und da sind Kleinigkeiten zu sehen, die nicht ganz gepasst haben, welche wahrscheinlich nur geübten Augen auffallen werden.

Raphael Rau (links) und Thomas Phieler beim Besuch des Screenings von „Valerian“

Was mir extrem gut gefallen hat, war die Idee des „intra-dimensionalen Großen Marktes“, auf dem Agent Valerian zu Beginn des Film rasante Minuten verbringen musste um den Transmutator an sich zu bringen. Die Möglichkeit Dinge auf diesem Markt zu kaufen und per intra-dimensonalen Materiekonverter in die physische Welt zu bringen hat mich wirklich fasziniert. Auch die Umstände, das ein Teil des eigenen Körpers in der realen physischen Welt bewegt, während ein anderer Körperteil, in diesem Fall der Arm wie von Geisterhand getragen in einer anderen Dimension bewegt, kannte ich so noch aus keinem Film oder Serie. Das ist auch gleich die Überleitung zum einzigen Kritikpunkt, Anlehnungen an bestehende Filme. Immer wieder ist es mir bein manchen Bilder passiert, dass sie mich für einen kurzen aber einprägsamen Moment an andere Filme erinnerten. Hierzu gehörten ganz klar Avatar und Star Wars aber auch kurioserweise James Bond. Als Laureline zu anfangs mit ihrem Cocktailglas am perfekten Strand im klarem Wasser und blauem Himmel zu Agent Valerian schreitet musste ich unverzüglich an die alten 007 Filme denken, in denen es sich James am Ende immer mit seinen eroberten Bondgirls an perfekten Stränden gemütlich gemacht hat. ;P

Fazit: Luc Besson hat mit „Valerian – Die Stadt der 1000 Planeten“ ein gekonntes, vfx-reiches 3D-Abenteuer geschaffen, dass sehr unterhaltsam und spannend ist, und den Zuschauer zu keiner Zeit das Gefühl gibt, dass einem Hintergrundwissen zu den Comics fehlen könnte. Sehr gelungen und auf jeden Fall einen 2ten Kinobesuch wert. Von mir beide Daumen hoch.

Thomas Phieler

web: www.royalize.tv

 

Die INDAChs Kritik von Kay Delventhal zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“

Dane DeHaan stars in Luc Besson's VALERIAN AND THE CITY OF A THOUSAND PLANETS.

Photo Credit: Lou Faulon
Copyright:  © 2016 VALERIAN SAS Ð TF1 FILMS PRODUCTION.

„VALERIAN – DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN“ – basiert auf dem Comic „Valerian und Veronique“ („Valérian und Laureliné“) von j.-C. Meziéres und P. Christin und ist ein wirklich tolles, buntes SiFi Spektakel. Auf jeden Fall sehenswert! Und das aus ganz verschieden Gründen. Und doch gibt es persönliche Kritikpunkte, doch dazu später mehr.

In den 80er Jahren habe ich als Teenager die phantasievollen Bildbände der Weltraumhelden „Valerian und Veronique“ verschlungen. Ich bin tief in die bunten Bilderwelten eingetaucht und habe die vielen Wesen und Planeten geliebt. Und muss heute wohl zugeben das mir damals die Vielschichtigkeit der Charaktere und der Bezug zu realen Problemen wie Landraub, Ausbeutung oder Machtmissbrauch nicht ganz bewusst geworden ist. „Valerian und Veronique“ ist auch ein Statement für Respekt gegenüber anderen und andersartigen. Im Gegensatz zu den vielen amerikanischen Stories ist in diesen Geschichten die Menschheit nicht immer der Gewinner … ganz im Gegenteil.

Der Film bzw. das Drehbuch von Luc Besson interpretiert auf eine etwas vage Weise den Band „Botschafter der Schatten“ („Ambassador of the Shadows“ / „L’Ambassadeur des Ombres“). Mein erster Kritikpunkt: Luc Bessons Drehbuch versucht in den ersten Minuten viel Background zu erklären und ein Setting zu schaffen, was zwar gelingt, aber seinen Preis hat. Ich hatte das Gefühl, als wenn der Film zwar auf die Graphic-Novel aufbaut aber davon ausgeht, dass die heutigen Zuschauer die Comics gar nicht kennen. Mir wäre eine Story die näher am original liegt sympathischer gewesen. Auch weil die Interpretation von Luc Besson eine eigene ist, eine neue und für mich leider nicht ganz gelungen.

Das führt zu meinen zweiten Kritikpunkt: Der Film erinnert mich immer wieder an das „Das fünfte Element“ („The Fifth Element“) und das finde ich nicht so gut, weil die Geschichte von „Valerian und Veronique“ ein eigenes Universum hat, reich an Kreaturen und unterschiedlichen Welten. Als Beispiel möchte ich „Station Alpha“ anführen, die im Film auf eine von Menschen gebaute Raumstation aufbaut („STAR TREK“ lässt grüßen). Im Original Comic gibt es „Central City“, welche von nicht-menschlichen Wesen erbaut wurde. Mit einen Rat ohne zentrale Gewalt. Welcher dann auch noch die Menschen für Hundert Jahre verbannt. Das Filmdesign der „Station Alpha“ wirkt unübersichtlich, wie ein Mischung aus Borg-Würfel und Balde-Runner. Es fehlt ihm die fantastische, außerirdische Qualität der „Central City“ aus den Comic-Büchern.

Das führt mich zu dem Filmtitel: „VALERIAN“  … warum denn nicht: „Valérian und Laureliné“? Noch im Pressheft zum Film wird darauf hingewiesen, dass die Heldin selbstbewusst und stark angelegt sei. Ich würde sagen, dass der Filmplot sehr vorhersehbar ist und Laureliné im Comic deutlich emanzipierter dargestellt wird. Deshalb wundert es auch niemanden, dass am Ende der Prinz seine Prinzessin bekommt.

Mein letzter Kritikpunkt bezieht sich auf das Handwerkliche: Da ich den Film in 3D (Stereo) sehen durfte, ist mir aufgefallen, dass es am Anfang des Films kleine und größere Fehler gibt. Flackernde Kanten, falsches Depth-Sorting, etc. Nun, der Film wäre nicht in den Kinos, wenn die Fehler so groß wären, dass sie den Sehgenuss stark mindern würden, fällt aber trotzdem auf.

Jetzt möchte ich auf Gründe zu sprechen kommen den Film gut zu finden, die nicht direkt im Kino zu sehen sind. Luc Bessons Ehefrau Virginie Besson-Silla ist die alleinige Produzentin von „VALERIAN“. Das ist ein Novum in Zeiten, wo Filme häufig von einer ganzen Gruppe an Produzenten produziert werden. Es ist bemerkenswert und in Europa eine große Leistung. Auch das die Dreharbeiten ausschließlich in der „Cité du Cinema“ im Norden von Paris stattfanden ist bemerkenswert. Last not least, möchte ich erwähnen, dass Luc Besson im Rahmen der Design-Entwicklung ein Wettbewerb, in Zusammenarbeit mit Yahoo, ausgeschrieben hatte wo Jeder Artist seine eigenen Entwürfe einreichen konnten. Am Ende wurden aus tausenden Einreichungen 20 Kostüme ausgewählt, die dann auch in den Film gekommen sind.

Mein Resümee zu „VALERIAN – DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN“ ist, dass der Film sehenswert ist. Ich hätte mir noch gewünscht, dass deutlich mehr der vielen Visual Effects in Europa bzw. Deutschland gemacht worden wären. So wurde nur ein kleiner Teil der VFX bei Mac Guff in Paris hergestellt, der größere Teil aber bei Weta Digital, Industrial Light & Magic und Rodeo FX.

Kay Delventhal

Die INDAChs Kritik von Benjamin Munz zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

Luc Bessons VALERIAN macht eigentlich viel richtig und leider ruht er sich zu sehr auf seinem Bombast und seiner Visualität aus ohne die Figuren oder die Geschichte in die Tiefe gehen zu lassen.

Vor ein paar Jahren hätten wir es hier mit einem Meilenstein zu tun gehabt, aber nach unzähligen „Materialschlacht Filmen“ und vielen großen Science Fiction Epen schafft es Valerian leider nicht dem Gerne etwas neues abzugewinnen.

Der Film ist technisch brillant. Die Effekte sind absolut Top Notch und was man eben von gekauften Effekten von ILM und WETA zu erwarten hat.

Viele der einzelnen Set Pieces können auch überzeugen, sind teils lustig, teils spannend, teils sehr unterhaltsam, nur will sich eben kein Zusammenhang erkennen lassen.

Inhaltlich geht es leider auch eigentlich um nichts. Man hat fast das Gefühl, dass Luc Besson hier die gleiche Krankheit befallen hat die auch Ridley Scott bei seiner neuen Alien Anthology heimsuchte. Die Macher suhlen sich in ihrer technischen perfektion, ihren vielen kleinen und oftmals auch feinen Ideen und verlieren dabei aber den Blick fürs ganz, für eine kohärente Geschichte.

Leider reiht sich der Film für mich dabei dann ein in eine Reihe mit „JOHN CARTER FROM MARS“, der mich eigentlich sogar am Ende noch überraschte mit der doch vorhanden tiefe der Geschichte, mit „Jupiter Ascending“ und eben besagter Alien/Prometheus Erzählung.

Warum hier wer, was tut und warum wer wie handelt, gerät vollkommen ins Hintertreffen. Obwohl es Spaß macht unseren beiden Protagonisten bei ihrer Agenten-Mission zuzugucken und diese auch den Film „ertragbar“ machen (was ich bei dem Cast und dem Trailer nicht gedacht hätte), schaffen auch sie es nicht dem Film ein Ziel zu geben auf dessen Auflösung man hin fiebern könnte.

Als dann Valerian bei der Rettung seiner Holden auch noch quasi einen ganzen Alien Stamm ausrottet nur um später über die sinnlose Gewalt und die Vernichtung eines Alienstammes zu sinnieren und den Oberbösewicht damit an den Pranger zu stellen, hat der Film für mich im Nachklang leider viel verloren.

Es sind die vielen kleinen Details die eigentlich Spaß machen sollen, aber am Ende keinerlei Auflösung erfahren. Das geniale Schiff (KITT lässt Grüßen) hat dabei genauso wenig einen Payoff wie so manch genial etablierter Wunderanzug oder Spezialwaffe.

Ich wollte den Film wirklich gerne mögen, habe bei vielen einzelnen Szenen gelacht und mich prächtig unterhalten und am Ende dann wirklich geärgert, dass er es nicht schafft den Bogen zu zumachen sondern sich immerwieder um die eigene Achse dreht.

Das wir es hier mit dem Filmemacher zu tun haben der einstmals DAS FÜNFTE ELEMENT gemacht hat, ist eigentlich kaum zu glauben und wirklich schade.

Allerdings liegt die Latte nach 2 Guardians of the Galaxy Filmen einfach auch zu weit oben. Die ich mir sicher noch oft angucken werde und die es wirklich geschafft haben die Latte ein Stück höher zu legen, was Valerian, obwohl er eigentlich so viel richtig macht, eben einfach nicht schafft.

Hier hätte man sich vielleicht inhaltlich weiter vom Comic oder dem eigenen Ego lösen dürfen um zu mindestens eine Runde Geschichte zu erzählen.

5 von 10 Punkten…

Für einen Sonntagmittag ein cooler Film, aber eben nicht der versprochene Gamechanger den uns Europacorp hier versprochen hat.

Benjamin Munz

http://ratpack-film.de/

Die INDAChs Kritik von Letty Felgendreher zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

Ohne das Wissen, dass der Film auf eine Comicreihe basiert, wollte ich – trotz meiner anfänglichen Skepsis nach dem Sehen des Trailers – dem Film ganz unvoreingenommen begegnen.

Hatte doch Luc Besson in meinen Jugendjahren mit „Das fünfte Element“ einen Film geschaffen, den ich wirklich sehr oft gut unterhalten gesehen habe.

Zunächst – die Anfangssequenz war sehr nett und hat wirklich gut gepasst. Dann geht es weiter. Wir begleiten die Spezialagenten Valérian und Laureline auf ihrer… ja was eigentlich. Wir begleiten sie bei ihren… Galaxis-Agentenaufgaben.

Wir begleiten zwei Personen(Cara Delevingne und Dane DeHaan), die im realen Leben zwar gar nicht mehr SO jung sind, aber im Film so wirken, als seien sie vielleicht gerade der Teenagerzeit entsprungen – die aber natürlich ganz viele wichtige Dinge zu entscheiden haben – dabei aber jedoch was ihre charakterliche Entwicklung angeht – nicht bedeutsam von der Stelle kommen.

Bedauerlicherweise konnte ich den beiden Hauptfiguren wenig abgewinnen. Zu gewollt cool waren sie und zu unnatürlich in ihrer Art.

Das „Bonding“ zu mir als Zuschauer funktionierte einfach nicht und erzeugte in mir eher das Gefühl, dass ich lieber mehr von allen anderen Charakteren gesehen hätte.

Leider spielt der Film nicht mit Klischees, sondern bedient sich ihrer nur in vollen Zügen. Da ist die fragile, elegante Alien-Rasse, denen Unrecht getan wurde – und da sind andere nicht terrestrische böse Wesen – die natürlich böse und plump und vielleicht auch etwas lustig und trottelig aussehen müssen.

Und da ist die „Stadt der tausend Planeten“, in der alles Wissen von unterschiedlichsten Völkern geteilt wird, aber von deren Zusammenspiel merken wir eigentlich nicht viel.

Genauso wenig wie vom eigentlichen Antagonisten.

Schade, wirklich schade, es gibt schon ganz nette Einfälle, die Weltenabschnitte innerhalb der Raumstation/Stadt sind ansehnlich präsentiert, die Wesen schön anzusehen.

Alles hätte optisch den Plot gut unterstützen können, hätte der denn ein wenig mehr Anspruch gehabt.

Letty Felgendreher

Doch das zum Teil schwer nachvollziehbare Verhalten der Protagonisten, Unlogik innerhalb der Welt, einige deutliche Schnittfehler und Charaktere, die nur als Mittel zum Zweck in der Galaxiesuppe dienen, führen nicht zu einem runden Eindruck des Filmes.

Es gibt die Momente, wo man zu spüren vermag, dass der Film Potential gehabt hätte – wäre er eben nicht so einfach gestrickt und so klischeebehaftet.

So bleibt es einfach ein weiterer sehr CGI-lastiger Film, in dem das Herz – die Geschichte – in ihrer Darstellung leider zu kurz kommt.

Wer auf digitalen Augenschmaus und seichte Unterhaltung steht – der wird dennoch unterhalten sein.

Letty Felgendreher, Leipzig

Die INDAChs Kritik von Simon Leykamm zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“

Luc’s Filme haben mich immer, immer begeistern koennen.
Mit „Valerian et Laureline“ ist ihm und seinem Team eine sehr unterhaltsame Comic-Verfilmung gelungen – mit viel Witz und Charme – was mich dazu inspirierte mir am Folgetag ein paar Valerian-Comics zuzulegen . Die Geschichte wird aus meiner Sicht sehr liebevoll und detailverliebt erzaehlt. Die gestalterische Ausarbeitung der Charaktere und Szenarien ist beeindruckend und vollgespickt mit kleineren und grösseren Überraschungen , dabei aber trotz der Umfänge nicht aufdringlich.
Neben den beeindruckenden Charakteren , den VFX- und SpecialEffekten, sticht aber auch hervor , dass der Film sehr sauber ausgearbeitet und geschnitten ist ( guter Flow ) , sowie einen sehr „fetzigen“ Soundtrack bietet – wie man es von Luc’s Filmen gewohnt ist (Sei es nun 5th Element , Taxi , Minimoys oder The Dancer )!

Simon Leykamm, München

Die INDAChs Kritik von Sebastian König zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

Valerian & die Stadt der tausend Planeten – Auf diesen Film war ich sehr neugierig, da mir das Kino-Erlebnis von „Das fünfte Element“ gut in Erinnerung geblieben ist.
Denn die Voraussetzungen klingen traumhaft: Luc Besson verfilmt „Valerian & Veronique“, den Comic, der ihn , u.a., zu seinem eigenen 95′ Sci-Fi-Epos inspirierte.
Und man wird nicht enttäuscht: Genau wie der Comic sprüht der Film vor visuellem Einfallsreichtum. Damit ist nicht nur das Design an sich gemeint, sondern wie es für das visuelle Erzählen genutzt wird. Wie die Welt von „Valerian“ funktioniert, wird weniger verbal, denn visuell erklärt, einerseits, um Zusammenhänge schneller vermitteln zu können, andererseits als Stilmittel, daß den Zuschauer die Welt selbst entdecken läßt. Das schließt auch die zahlreichen und durchaus beeindruckenden Spezialeffekte und Animationen des Films ein, die sich nach einem eindrucksvollen Auftakt in die Story und die Welt einfügen.
An der Seite der beiden Hauptfiguren Valerian und Laureline, wie Veronique im Original heißt, erlebt man die fiktive Zukunft der Menschheit, in der sich beide in ihrem Beruf als Spezialagenten ganz natürlich bewegen. Auf diese Natürlichkeit ist das Design ausgerichtet, das ganz bewußt auf das baut, was wir in unserer Welt kennen, damit wir, trotz des teils absurden Sci-Fi-Settings, immer bei den Charakteren bleiben können. Denn der Film lebt von der Dynamik der beiden Hauptfiguren, die sich in Teamarbeit von Cliffhanger zu Cliffhanger hangeln und ständig gegenseitig retten. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, die ihre Rollen wunderbar schräg durch eine schräge Welt laufen lassen. Das ist auch einer der Punkte, mit dem der Film nah an der Comicvorlage bleibt, von zahlreichen Orten, Szenen und Motiven mal abgesehen. Kenner des Comics werden wohl ihre Freude haben und viel entdecken können.

„Valerian & die Stadt der tausend Planeten“ ist große Blockbuster-Unterhaltung, der Luc Besson einen persönlichen Stempel verpasst hat, indem er sich erfrischend nah an den Ideen des Comics orientiert. Abgesehen vom eigentlichen Plot des Films, fesselt einen dieser Film durch sein dynamisches Duo, den Comicalben-artigen Erzählrhythmus und das vielfältige Design. Dazu noch ein wunderbarer Score von Alexandre Desplat und das Kino-Abenteuer ist perfekt!

Sebastian Könighttps://youtu.be/gzyLc3hzYh4
artofbasti.com

Hier die INDAChs Kritik von Finn-Ole Mehl zu „Planet der Affen: Survival“/“War for the Planet of the Apes“

Der dritte Teil einer Trilogie ist häufig einer der schwächeren. Bei der „Planet der Affen“ Trilogie ist das zum Glück nicht der Fall. Die moderne Affen-Reihe – oder die Caesar-Trilogie, die 2011 mit „Rise of …“ begann, wird jetzt von Matt Reeves, der bereits 2014 bei „Dawn of …“ Regie führte, zu einem würdevollen Abschluss gebracht. Die drei Filme bilden einen rundes Ganzes, eine in sich geschlossene Geschichte, nämlich die von Caesar: Vom unschuldigen Labor-Versuchs-Äffchen bis hin zum Anführer der Affen begleiten wir Caesar auf seiner Reise. In „War“ geht Andy Serkis‘ Caesar auf Rachefeldzug gegen die Menschen, angeführt von Woodly Harrelsons Colonel. Caesar muss sich seinen inneren und äußeren Dämonen stellen. Und Andy Serkis liefert brilliante Arbeit.
Die Motion-Capture-Technik ist seit „Dawn“ noch einmal um einiges besser geworden. Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl Computerfiguren auf der Leinwand zu sehen; jeder Affe war absolut überzeugend und realistisch. In Verbindung mit Serkis‘ genialem Minenspiel entsteht dabei etwas ganz besonderes, das jeder selbst gesehen haben sollte. Auch das Zusammenspiel von Serkis und Harrelson ist packend und spannungsreich.

„War“ ist – wie der Name bereits vermute lassen sollte – ein Kriegsfilm; mit allem Blut, Dreck und Drama was dazu gehört. Das Settting mag futuristisch, post-apokalyptisch, fantastisch sein – die Dramatik und Komplexität und die Charaktere, sowie deren Handlungen und Motivationen erscheinen aber absolut real, glaubhaft und fesselnd.
Comic Relief ist gerade in solch dramatischen Filmen immer ein schwieriges Thema. Mit Steve Zahns ehemaligem Zoo-Affen Bad Ape, dem Caesar und Co unterwegs begegnen, ist „War“ sicherlich ein Risiko eingegangen. Glücklicher Weise ein Risiko, das sich vollkommen ausgezahlt hat. Bad Ape liefert erfolgreiche Auflockerungen der sonst so sehr ernsten Handlung ohne dabei jemals albern, peinlich oder unpassend zu wirken, und überzeugt gleichzeitig durch seine emotionale Hintergrundgeschichte.

Finn-Ole Mehl

Nicht unerwähnt bleiben sollen außerdem Karin Konoval als Oranguntan Maurice, Toby Kebbell als Schimpanze Koba und Amiah Miller als stummes Menschenkind Nova, die alle einen umwerfenden Job machen.
„War for The Planet Of The Apes“ ist brilliant geschrieben, hervorrgend inszeniert und umwerfend gut gespielt. Die Kombination aus perfekter Motion-Capture- und CGI-Technik und der darstellerischen Leistungen ist absolut magisch.
Also, am besten „Rise“ und „Dawn“ direkt nochmal zu Hause nachholen oder auffrischen und dann ab ins Kino.

Noch eine kurze Zeile zum INDAC Event in Berlin:
Es war ein ganz toller Abend. Bevor wir in der Astor Film Lounge den Film mehr über einen Monat vor Kinostart vorgeführt bekamen, wurde der Film von Matt Reeves und Andy Serkis persönlich auf der Bühne angekündigt. Natürlich haben die beiden auch ein paar Fragen zum Film und zur Motion-Capture-Technologie beantwortet. Es ist immer eine große Freude zu sehen, mit welcher Leidenschaft Andy Serkis über seine Arbeit spricht – jetzt für mich zum ersten Mal auch live, ganz ohne Bildschirm.
Danke INDAC.

Finn-Ole Mehl

Digitrick Wanie, Potsdam

Hier die INDAChs Kritik von Alena Nicolai zu „ATOMIC BLONDE“ mit den VFX von Chimney & SLICE

Der Vorspann beginnt: 1989, Berlin vorm Mauerfall, Zeitaufnahmen, Nachrichtensendungen… ein tiefer Seufzer macht sich in mir breit  – noch ein Wendenfilm, muss das jetzt sein? Doch Halt! Mit Graffiti wird ein dickes Kreuz über den Bildschirm gemalt „not that kind of story“. Aha, denke ich mir, sondern?
Atomic Blonde erzählt die Geschichte der MI6-Agentin Lorraine Broughton (Charlize Theron) die nach Berlin geschickt wird, um – tadaaa – „die Liste“ in Sicherheit zu bringen. Auf dieser befinden sich (natürlich) die Identitäten aller Agenten in Berlin. Gleichzeitig soll der Doppelagent enttarnt, gefasst und als Exempel verurteilt werden: Get the list, find the traitor, bring him back and trust no one! Ahja, alles schon mal gehört und gesehen, denke ich mir – warum also noch sitzen bleiben?
Der Film punktet mit Augen- und Ohrenschmaus: Berlin Ende der 80, das heißt nostalgisches Setting, herrliche Mode (Plastiktrenchcoats, Fliegerbrillen, Schnäuzer), Trabis und ja bitte, danke MUSIK. Völlig losgelöst von der Erde, 99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont summe ich zufrieden auf meinem Sitz mit. Während ich die Atmosphäre genieße, treffe ich eine Reihe an gewollt-skurrilen Figuren; allen voran Frau Geheimagentin – deren Tätigkeiten variieren zwischen Wodka auf Ex, Zigarette und ordentlich Prügelei. Der hübsche, französische Schatten (S.Boutella), deren Auftreten durch die Nahaufnahme ihrer Schuhe gekennzeichnet ist. Der russische Gegenspieler, der seine Brutalität beweist, indem er junge Rapper aufmöbelt und alles (also „seine Jungs“) daran setzt, mit Fräulein Blonde ein „Treffen“ zu arrangieren. Ein ständig betrunkener Geheimdienstler (J. McAvoy) aka MI6s golden boy, dem Fräulein Blonde nicht traut, der Zuschauer nicht traut und der MI6 auch nicht traut. Ein sympathischer Jüngling, der sich mühelos von Ost nach West zu bewegen scheint und das jugendliche Pulverfass verwaltet. Der Stasi-Listenschmuggler mit dem originellen Namen Spyglass (E. Marsan), der selbstverständlich das gesamte Dokument auswendig gelernt hat. Und nicht zu vergessen – wir haben es hier mit einer ausländischen Produktion zu tun, die in Deutschland spielt… was wäre diese ohne Herrn Schweiger. Wie immer wortkarg, treffend besetzt als
Uhrenmacher.
Der Film scheint an Farbeinstellung gut machen zu wollen, was der lieblosen Story fehlt. Jedes Setting ist in sein eigenes Farbmotiv getaucht – das kalt-graue Badezimmer, indem sich eine nackte, graue Agentin in einem Eiswürfelbad die Wunden kühlt – gekonnt vermischt mit der warmen Flamme des Feuerzeuges. Das Verhörzimmer, stilvoll in schwarz/weiß, passend zur Kleidung und Frisur der Dame. Und abgesehen von Farbe und Ton? Lässt uns das Ganze kalt: Die Agentin scheint ohne jegliche Tarnung völlig unerkannt zu bleiben, was dem Zuschauer ein Rätsel bleibt, denn diese Haarfarbe prägt nicht nur den Filmtitel, sondern ist als Blickfang einfach extrem

auffällig. Wer nun wen hereinlegt und Doppel-doppelbluffs verursacht wird mir als Zuschauer vehement aufgedrückt. Und entweder wird getrunken oder geprügelt.
Fazit: schönes Farbspiel, nostalgischer Soundtrack doch für meinen Geschmack zu geradlinig und unheimlich langatmig – fast 2 Stunden, das ginge auch kürzer. Kino, welches höchstens die Lust auf Wodka on Ice weckt – und sogar der Nichtraucher anschließend gerne eine Zigarette so verführerisch zwischen die Lippen legen möchte wie Frau Blonde es vormacht. Na dann – einschenken und auf Ex. Please repeat.

Alena Nicolai

Art Therapist

 

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